Wie lange kann eine Achterbahn eigentlich unbewegt rumstehen, bis sie verrostet? Das ist eigentlich eine theoretische Frage, die der Ring°Racer am Nürburgring jetzt aber ganz praktisch aufwirft. Laut Verkehrsminister Hering wird der Ring°Racer, die (irgendwann mal) schnellste Achterbahn der Welt auch 2010 ungenutzt vergammelt.

Die Probleme mit der Programmierung sind noch immer ungelöst. Wir prüfen jetzt, ob wir noch eine zweite Firma einschalten müssen.

Kurz zur Geschichte:
Im August 2009 sollte der Ring°Racer am Nürburgring für das Publikum starten. Wegen technischer Probleme und zweier Explosionen im September 2009 ist der Ring°Racer aber bis heute stillgelegt. Laut Hendrik Hering wird er frühestens 2011 starten können. Sie sollte mal DIE Attraktion des neuen Nürburgring 2009 sein, entwickelt sich aber immer mehr zum Sinnbild für die Fehler, Pannen und den Größenwahn am Ring.

Peinlich für die Landesregierung: Am 27. März 2011 wird der nächste Landtag gewählt. Da Achterbahnen im Winter selten Ausgang haben, wird sie wohl selbst dann noch ruhen. Ich bin gespannt auf wie vielen Plakaten, in wie vielen Filmen welcher Parteien der Ring°Racer Berücksichtigung findet.


Neun Bobby-Car (Ring-) Racer sind heute vor dem Landtag das erste Rennen der neuen Formel Bobby-Car gefahren. Trotz der sehr kurzfristigen Einladung haben sich pünktlich zum Startschuss 48 Polizisten auf der eigentlich geplanten Rennstrecke eingefunden. Daher hat die Rennleitung beschlossen, der überlegenen Staatsmacht auszuweichen und auf der 50 Meter entfernten, gegenüberliegenden Straßenseite zu starten.

Bilderserie

Als Stargast konnten wir den Nürburgring Botschafter Boris Becker gewinnen. Dankbarerweise hat die Landesregierung die 450.000 Euro Gage schon im Vorgeld übernommen. Auf der 50 Meter langen Strecke konnte sich überraschend der Mainzer Newcomer Oliver Buschbaum mit deutlichem Vorsprung durchsetzen.

Die neun Bobby-Car (Ring-) Racer waren gezwungen das erste Rennen ihrer Serie in Mainz vor dem Landtag auszutragen. Trotz immenser finanzieller Investitionen des Steuerzahlers konnte an der ursprünglich geplanten Rennstrecke im Nürburgring Ring-Werk bis heute keine Fertigstellung erfolgen. Auch der Rücktritt des ehemaligen Bauherrn Ingolf Deubel brachte keine wirklichen Fortschritte.

Zeitgleich beriet der Landtag über die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum Nürburgring. Dort soll unter anderem geklärt werden, wo die neun Bobby-Car (Ring-) Racer in Zukunft ihre Rennen veranstalten können.

Ich glaube, die Bobby-Car (Ring-) Racer sind eine preiswerte Alternative für die Landesregierung, um am Nürburgring endlich mal was richtig zu machen.

Gerne sind wir bereit, unsere Formel Bobby-Car in Zukunft wieder im Ring-Werk zu veranstalten.


Die skandalträchte Bauzeit der Nürburgring-Erlebniswelt nähert sich ihren Ende. Ein guter Grund für die Nürburgring GmbH als Betreiber und die Landesregierung als Mehrheitseigner eine zweite Eröffnungsfeier zu veranstalten. Die erste Eröffungsfeier am 9. Juli war überschattet vom Rücktritt des damaligen Finanzministers Deubel, der über die Finanzierung der Erlebniswelt stolperte. Auch anschließend schaffte es der Nürburgring immer wieder, sich prominent in der Öffentlichkeit zu positionieren (Auszug):
- Die peinliche Werbekampagne wurde kostenlos von zahlreichen weiteren Medien weiterverbreitet.
- Der angebliche Investor stellt MP Beck bloß
- Eine Hausdurchsuchung bei einem Journalisten wurde durch Gerichtsbeschluss verboten

Auch die zweite ErRingwerk Entschuldigungöffnungsfeier war nicht die erhoffte Jubelveranstaltung. Zahlreiche Attraktionen des neuen Ring-Werks waren immer noch nicht fertig gestellt, oder schon vor der Eröffnung wieder defekt. Die Besucher wurden dafür zwar finanziell entschädigt, peinlich ist aber auch dieser Zwischenfall. Bezeichnend, dass nicht einmal der Ministerpräsident persönlich an der Eröffnung teilnahm. Sein Wirtschaftsminister Hering musste ihn vertreten.

Defekt waren im Einzelnen:

- die Hauptattraktion Ring-Racer (irgendwas explodiert, außerdem keine Freigabe vom TÜV)
- Truck-Simulator (technische Mängel)
- das Multimedia-Theater “Grüne Hölle” (umfangreiche Programmierarbeiten?)
- Formel 1- Simulator (technische Probleme)
- Motor-Mania (teilweise Defekt, daher vor allem ziemlich langweilig)

Finanziell tragfähig?

Daher ist die GmbH dazu übergegangen, die nächsten Wochen als Schnupperwochen zu bezeichnen. Verbilligter Eintritt und eine Freikarte sind die ungewollten Folgen. Beides spielt natürlich auch nicht dem erklärten Ziel der Landesregierung in die Hände, dass der neue Nürburgring sich finanziell trägt. Nicht nur, dass die wichtige Eröffnungsphase (große Neugier, Tagesgespräch in de Region) in die Hose geht und Gäste nicht gerade zum Wiederkommen einlädt, die Mund-zu-Mund-Propagande ist wahrscheinlich vernichtend.

Steht eigentlich schon der Termin für die dritte Eröffnungsfeier? Herbstferien sind übrigens vom 12.- 23. Oktober…

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