21. Juli 2010
PRO Mainz hat heute mal wieder eine Presseerklärung produziert. In dieser fordert sie die GRÜNE Jugend auf, ihr Verhältnis „zu gewaltbereiten linken Radikalen und sogenannten Autonomen“ klären solle. Ich muss gestehen, dass ich bei der Forderung ein wenig lächeln musste. Die GJ in Mainz ist selbst mir schon ein wenig zu brav. Aber gut, sollen sie ihr Verhältnis mal klären. Dürfte recht fix gehen.
Im Gegenzug, möchte ich mal eine Verhältnisfrage von PRO Mainz geklärt wissen: Wie haltet ihr das eigentlich jetzt mit den REPS?
Zitiert in der Öffentlichkeit wird immer der PRO Mainz-Vorsitzende Dieter Stenner. Bürgerlich, spießig, langweilig. Perfekt für eine rechtskonservative Bürgerbewegung. Gepostet auf ihrer Seite wird aber immer vom stellvertretenden Vorsitzenden Rene Metzner, der auch für die Republikaner im Stadtrat aktiv ist. Spielt der bürgerliche Stenner also nur eine Rolle, die von anderen ausgefüllt wird? Wird die PRO Mainz-Politik von anderen, von Republikanern gesteuert? Untermauern könnte man diese Frage mit folgendem Hintergrundwissen:
Pro Mainz ließ über die Mainzer Rhein-Zeitung verlauten, dass sie 2014 zur Kommunalwahl antreten werde. Der REP-Fraktionschef von Rene Metzner, SteffenStephan Stritter, hat hingegen große Pläne. Als stellvertretender Bundesvorsitzender der REPS will er eine Fusion der PRO-Bewegung mit den Republikanern durchsetzen. Und was wäre da naheliegender, als dieses erstmal in der eigenen Heimat auszuprobieren. Oder vielleicht auch nur zu inszenieren? Also PRO Mainz von Handlangern (vielleicht Rene Metzner?) gründen zu lassen, um anschließend eine Fusion zu feiern? Zumindest stellte Stritter schon mal klar, dass sich REPS und PRO Mainz bei der Kommunalwahl keine Konkurrenz machen werden. Entweder treten also die REPS nicht an, oder sie fusionieren im Vorfeld. Das die REPS einfach so das Feld räumen, dürfte bei Wahlergebnissen von bis zu 7,3% unwahrscheinlich sein. Eher könnte die Fusion auch als Reaktion auf das Abschneiden bei der Kommunalwahl 2009 sein. Dort erreichten die REPS „nur“ noch 4,2%.
edit: Um die enge Bindung zwischen Stritter und der PRO-Bewegung ein wenig mehr zu belegen, hier gibts das Video der Rede von Stephan Stritter auf dem Neujahrsempfang 2010 von PRO NRW. Benannt wird er als Vertreter der „Partner-Fraktion“ aus Mainz.
Das Niveau der PRO Mainz-Presseerklärungen jedenfalls würde schon mal zu REP-Veröffentlichungen passen. Zu dokumentarischen Zwecken bewerbepräsentiere ich heute eine Presseerklärung von PRO Mainz im vollständigen Wortlaut. Sie bezieht sich dabei auf folgenden Blogartikel der ZEIT und die Presseerklärungen der GJ. Die Presseerklärung ist so obskur, durcheinander und komisch, dass ich sie nicht kommentieren mussmöchte.
PRESSEMITTEILUNG Nr.08/2010
Posted Juli 21st 2010 at 12:45 by Stv. Vorsitzender
Pluralismus gilt für die politische Linke und für Konservative!
Schlechtes journalistisches Niveau und oberflächliche Recherche; seriöse Presseorgane wie die ZEIT greifen auf Nachwuchs-Reporter zurück.
Der Vorsitzende der BÜRGERBEWEGUNG PRO MAINZ, Dr. Dieter Stenner, ist befremdet, dass selbst seriöse Zeitungen wie DIE ZEIT, auf Nachwuchs-Reporter mit Praktikanten-Niveau zurückgreifen müssen. Wie sonst ist zu erklären, dass ein 25-jähriger Student der Publizistik und Politikwissenschaften, nach eigenen Angaben „Blogger und so“ einen schlecht recherchierten Bericht, gespickt mit Unterstellungen und Mutmaßungen, auf dem Internetportal der ZEIT veröffentlichen kann.
„Anstatt sich Inhaltlich mit dem Programm der BÜRGERBEWEGUNG PRO MAINZ auseinanderzusetzen, ist das eigentlich bedenkliche, dass politische Jugendorganisationen wie die „Grüne-Jugend“ diese subjektive Wahrnehmung eines Hobby-Journalisten ungeprüft als Grundlage nehmen, um ihr parteipolitisches Süppchen zu kochen und darin von anderen seriösen Medien noch unterstützt werden. Es stellt sich dabei natürlich auch die Frage, ob nunmehr die „Grüne Jugend“ die höheren Weihen erhalten hat, politisch anders Denkende mit abwertenden Etiketten zu versehen oder sie bleibend in bestimmte Ecken einzuordnen.
Fakt ist, PRO MAINZ hat Kontakt zu allen demokratischen Parteien, auch zu den Republikanern, die bekanntlich im Gegensatz zur Partei Die Linke, nicht im Verfassungsschutzbericht erwähnt werden und damit nicht als extremistisch einzuordnen sind.
Die Mitglieder der neuen BÜRGERBEWEGUNG PRO MAINZ setzen sich aus ehemaligen CDU, SPD, REP, FDP und vor allem bisher parteilosen Bürgerinnen und Bürgern zusammen. PRO MAINZ wendet sich gegen jegliche Gesinnungsschnüffelei, wir sind eine pluralistische Bürgerbewegung und beurteilen einen Menschen nicht nach seiner (politischen) Herkunft, sondern nachdem wie er sich verhält und handelt.
Die „Grüne-Jugend“ wäre ihrerseits gut beraten, wenn sie ihr eigenes Verhältnis zu gewaltbereiten linken Radikalen und sogenannten Autonomen klären würde, bevor sie überzeugten Demokraten, die sich in der Bürgerbewegung PRO MAINZ für ihre Heimatstadt engagieren, Lehrstunden in Sachen Demokratie erteilen wollen“, stellt Dr. Stenner abschließend fest.