Die rheinland-pfälzische Landesregierung will am Flughafen Hahn testweise Nacktscanner testen. Das berichtet der SWR heute auf seiner Homepage.
Innenminister Bruch für Test von Körperscannern am Flughafen Hahn
Der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch hält einen Test von so genannten Körperscannern am Flughafen Hahn für sinnvoll. Diese Geräte der neuen Generation werden derzeit an der Bundespolizeiakademie in Lübeck erprobt. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen sind Genitalien oder Busen der Fluggäste damit nicht zu erkennen.
Der Meinungsumschwung in der SPD (sie waren man dagegen) ist nun also auch in Mainz angekommen. Beim Jugendverband der SPD aber ist dies wohl noch nicht ganz verinnerlicht, zumindest gestern waren sie noch dagegen.
Seltsam lächerlich mutet der Sicherheitsfanatismus der letzten Tage schon an. Scheinbar hätte der Sprengstoff am Körper des verhinderten Detroit-Attentäters wohl nicht mit einem Nacktscanner nachgewiesen werden können. Scheinbar wird mal wieder ein (beinah) schreckliches Verbrechen dazu missbraucht, die Bürgerrechte jedes einzelnen einzuschränken und das Überwachungsnetz engmaschiger zu ziehen. Das Muster ist bekannt, nervtötend (und gefährlich) aber auch.
Das Problem mit dem Nacktscanner: Entweder er kaschiert Körperöffnungen (und ist damit kein Sicherheitsgewinn) oder er durchsucht sie und dringt so in die Intimsphäre eines Menschen ein. Letzteres ist dann ein massiver Eingriff in die Menschenwürde.
Übrigens hatten Nacktscanner im vergangenen Jahr schonmal für Aufsehen in Rheinland-Pfalz gesorgt. Allerdings nur bei der Fassenacht in Meenz.
