17. Januar 2010
Tief im Keller müssen die Besucherzahlen im Ring-Werk auch in diesem Jahr gesucht werden. Wirtschaftsminister Hering hat heute bekannt gegben, dass die erwarteten Besucherzahlen im Freizeitpark am Nürburgring für dieses Jahr von geplanten 400.000 auf 170.000 reduziert wurden. Ein Rückgang von knapp 60%! Die Besucherzahlen für 2009 wurden im Oktober schon von 280.000 auf nur 100.000 reduziert. Seit heute ist auch klar, es waren nur 50.000 Besucher am Ring-Werk, also 83% weniger als ursprünglich berechnet!
Die Schallmauer für einen kostendeckenden Betrieb des Ring-Werks liegt wohl bei 500.000 Besuchern im Jahr. 2010 würde gerade mal 1/3 der benötigten Besucher gezählt werden, zahlreiche wohl ohne Eintritt zu zahlen. Schließlich wurde an die Besucher im vergangenen Jahr eine Freikarte verteilt, die bis Ende 2010 genutzt werden könne.
Kostendeckender Betrieb gescheitert?
Auch wenn das Management des Ring-Werks jetzt an eine private Betreibergesellschaft übertragen wurde, ist die dauerhafte und kostendeckende Finanzierbarkeit des Projekts nicht gesichert. Sollten die notwendigen Besucherzahlen nicht erreicht werden, kann die Betreibergesellschaft kann die Betreibergesellschaft entweder die Pachtzahlungen nicht leisten, oder diese werden reduziert. In beiden Fällen muss der Steuerzahler für die Verluste aufkommen.
Diese Vermutung ist keine Spekulation, ähnlich äußerte sich auch der neue Aufsichtsratsvorsitzende des Nürburgrings.
Frage: Der alte Businessplan ging auch davon aus, dass ein paar Millionen plus für den Ring herumkommen. Das neue Konzept klingt eher so, als könne der Nürburgring zufrieden sein, wenn für ihn eine schwarze Null rauskommt.
Antwort: Ich würde mich gerne mehr mit der Zukunft beschäftigen, aber natürlich gibt es Aufklärungsbedarf für die Vergangenheit. Anfangs wurde allein für die Nürburgring GmbH von einer Bausumme von 135 Millionen Euro ausgegangen und heute sind rund 200 Millionen zu erwarten. Das bedeutet eine Zinslast, die den Ertrag, der anfangs mit ein paar Millionen Euro angesetzt worden ist, deutlich schmälert. Zunächst erwarten wir, dass Zinsen, Abschreibung und Tilgung finanziert werden können. Dann wird kein Euro des Steuerzahlers benötigt. Das wäre ein gutes Ergebnis, und die Betreiber sollen verdienen.
Diese sehr pessimistische realistische zurückhaltende Äußerung vom 5. Dezember 2009 machte er, bevor die Zahlen von Wirtschaftsminister Hering bekannt gegeben wurden. Die von Schwanhold in Aussicht gestellte schwarze Null ist seit heute wohl nicht mehr aktuell. Der rheinland-pfälzische Steuerzahler darf also bald schon mit Stolz behaupten, einen Freizeitpark mit zu finanzieren.