10. Februar 2009
So, unsere Kampagne ist in der Welt! Am vergangenen Samstag haben wir den Kreisvorständen und Fraktionsvorsitzenden in Mainz die Kampagne zur Kommunalwahl vorgestellt, am Montag folgte dann die offizielle Pressekonferenz des Landesvorstands.
Unsere Einladung für Samstag erlebte eine enorme Resonanz: über 60 GRÜNE aus ganz Rheinland-Pfalz kamen um sich anzusehen, mit welchem Claim und welchen Plakaten wir in den Kommunalwahlkampf ziehen wollen. Nachdem mich fast der spontane Herztod ereilte, weil zuerst der Beamer nicht so wollte wie ich und dann mein Laptop seinen Dienst verweigerte, besann sich die Technik doch eines besseren und die Präsentation konnte ohne weitere technische Probleme stattfinden (finanzielle Spenden für die Erneuerung unserer technischen Ausstattung nehmen wir stets dankend entgegen…!).
Unser Claim für die Kommunalwahl 2009 lautet: „EINMISCHEN! HIER NATÜRLICH!“. Bei der Entwicklung der Kampagne, hatten wir mit Stefan Blank, von unserer baden-württembergischen Agentur FESSLER|STEMMER|BLANK überlegt, wofür denn die GRÜNEN in Rheinland-Pfalz stehen, was sie insbesondere im kommunalen Bereich ausmacht, womit sie von den Bürgerinnen und Bürgern am ehesten identifiziert werden können?
Die Struktur GRÜNER Beteiligung in den rheinland-pfälzischen Räten ist stark heterogen. Da gibt es einzelne starke Ratsfraktionen wie in Mainz oder Trier, wo wir als GRÜNE mit jeweils 9 Sitzen vertreten sind. Oder den Landkreis Mainz-Bingen, wo die GRÜNEN aufgrund der Koalition mit SPD und FWG mit Irene Alt eine hauptamtliche Beigeordnete stellen. Aber andererseits gibt es dann eben infolge unseres konservativ-ländlich geprägten Bundeslandes viele, viele kleine GRÜNE und GRÜNnahe Fraktionen oder GRÜNE EinzelkämpferInnen, die in ihren politischen Gestaltungsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind. Eines aber haben alle unsere über 500 GRÜNEN Kommunalis gemein: GRÜNE mischen sich ein!
Egal, ob es darum geht, z. B. integrierte Gesamtschulen, ökologische Bausanierung oder die Einführung eines kommunalen Armutsberichts zu fordern. GRÜNE sind aktiv und rührig in den Räten, sie schwimmen nicht mit der Masse mit sondern stellen sich schon mal quer, wenn Prozesse automatisiert ablaufen und hinterfragen diese.
Über die Aussage „HIER NATÜRLICH!“ stellen wir die lokale Verortung her. Wir machen Politik nicht irgendwo, nicht in Hinterzimmern, sondern vor Ort und direkt bei den Menschen. Eben: Hier natürlich!
Insgesamt war das Echo auf die Vorstellung der Kampagne aus den Reihen der Aktiven erfreulich positiv. Die Kampagne ist extrem modular angelegt und lädt ein zum „Einmischen“. So haben die GRÜNEN vor Ort die Möglichkeit Plakate zu erstellen, die ganz speziell auf die Themen eingehen, die vor Ort relevant sind, Wahrzeichen ihrer Gemeinde abzubilden oder die Köpfe, die vor Ort für GRÜNE Politik streiten. Dabei bleibt der GRÜNE Rahmen stets erhalten, das Bildmotiv dazwischen (das mit der eigenen Digitalkamera geschossen werden kann) aber wird individualisiert.
Für mich steht die Kampagne damit bildhaft für unsere GRÜNEN KommunalpolitikerInnen in Rheinland-Pfalz. Es gibt viele, ganz verschiedene Menschen, die vor Ort Kommunalpolitik machen. Was sie aber alle verbindet sind die Grundsätze GRÜNER Politik, sie alle sind Teil des „GRÜNEN Projekts“. Und genauso werden eben auch die (hoffentlich im Rahmen der Kampagne recht zahlreichen) unterschiedlichen Motive unserer Kommunalwahlkampagne durch die GRÜNE Klammer mit dem Slogan „EINMISCHEN! HIER NATÜRLICH!“ zusammengehalten.
Für etwas mehr Diskussionsstoff sorgte das vorgestellte Dachplakat. Das Plakat zeigt eine Hand, die das Umfallen von Dominosteine aufhält. Das Motiv zeigt damit symbolisch politische Kettenreaktionen, in die wir uns als GRÜNE einmischen, die wir aufhalten und denen wir Einhalt gebieten möchten. Wir GRÜNE stehen für nachhaltige Politik und sind keine „Umfaller“. Aber um ehrlich zu sein: was wäre schon eine Kampagnenpräsentation ohne Diskussion über Plakatmotive? Der Austausch war konstruktiv und ich hatte den Eindruck, wir konnten einerseits einige Bedenken ausräumen und andererseits für uns wertvolle Hinweis mitnehmen. Und ich bin natürlich jetzt schon gespannt, wie die Reaktionen auf unsere drei landesweiten Themenplakate sein werden, die wir aktuell noch entwickeln.
Alle Infos rund um die Kampagne und viele weitere Arbeithilfen gab es dann noch kompakt zusammengestellt auf einer Service-CD – um Geld zu sparen LGS-intern produziert, sozusagen „handgemacht“.
Ich bin sehr neugierig auf die lokalen Plakatvarianten und wünsche mir, im Wahlkampf überall in Rheinland-Pfalz unzählige grüne Farbtupfen entdecken zu können.