Heute haben wir im Wiki unseren aktuellen Entwurf des Wahlprogramms veröffentlicht. Alle Interessierten können sich bei der weiteren Debatte um die Weiterentwicklung des Programmentwurfes direkt beteiligen. Kurze Registrierung, dann kann munter geändert, gelöscht, ergänzt werden. Ich bin gespannt wie das Angebot ankommt. Abgesehen von den Piraten, sind wir wohl die einzige Partei die den Schritt in die Öffentlichkeit so radikal angeht. Es war nicht immer einfach, erfolgreiche Parteitraditionen soweit zu ändern, dass auch ein öffentliches Wiki rein passt. Schließlich kann auch einiges schief gehen oder uns überfordern. Noch schlimmer, jegliche Resonanz bleibt aus.
Die GRÜNEN sind zwar eine internetaffine Partei, dennoch gibt es viele in unserer Partei die das Wort Wiki nur mit der Wikipedia verbinden, eventuell auch gar nicht kennen. Daher gibt es auch eine Step-by-Step-Erläuterung, wie ein Wiki funktioniert. Für Menschen, die sich regelmäßig im Netz bewegen, dürfte daher bei unserem Erklär-Video ein gewisser Fremdschäm-Faktor nicht ausbleiben. Da wir aber möglichst viele Menschen zum diskutieren einladen möchten, gibt es eben auch dieses Angebot.
Vor uns hatte auch die SPD einen Versuch gestartet, im Netz ein paar Zeilen Programm diskutieren zu lassen. Das hatte im Bereich Netzpolitik auch funktioniert. Dort fegte ein gepflegter Shitstorm durch das Forum. Die übrigen Themengebiete wurde hingegen nicht nennenswert diskutiert. CDU und FDP lassen beide lieber die Finger von diesem Internet-Ding. Aber sicherlich ist es auch für andere Parteien interessant, was bei einem solchen Projekt am Ende entsteht. In 4 Wochen ist die Wiki-Phase beendet. Ich werde versuchen die Ergebnisse aufzubereiten und hier zu veröffentlichen.
Bis dahin, schreibt mit! (Bitte nicht zu viel. Am Ende macht es mir nur Arbeit)
1. September 2010 at 12:11
Beim Lesen des Satzes „Abgesehen von den Piraten, sind wir wohl die einzige Partei die den Schritt in die Öffentlichkeit so radikal angeht.“ konnte ich mir [als Pirat] ein Schmunzeln nicht verkneifen: hier scheint doch eher der Wunsch der Vater des Gedankens zu sein (was auch ihre eigenen weiteren Ausführungen bestätigen). Es mag durchaus so sein, dass die Grünen unter den alten bzw. etablierten Partei noch die mit Abstand „internetaffinste Partei“ darstellt – jedoch spielt die Piratenpartei diesbzgl. noch in einer ganz anderen Liga. Bevor die Grünen die Klasse der Piraten erreicht muss sie sich noch weit, weit strecken. Ob sie es überhaupt jemals erreicht, ist angesichts der Entwicklung der basisdemokratischen Mitbestimmung sogar mehr als fraglich (in Anbetracht der Tatsache, dass die Grünen diesbzgl. eher Rück- als Fortschritte gemacht haben). Und solange sich bei den Grünen so „netzwerkkompetente Leuchten“ wie ein Matthias Güldner tummeln, der der sich bzgl. Beratungsresistenz auch nur knapp einer Fr. von der Lüge geschlagen geben musste …
1. September 2010 at 13:34
Ich habe mir nicht die Piraten als Vorbild oder Referenz genommen, nur darauf verwiesen. Da wir auch eine ganz andere Partei mit ganz anderen Traditionen sind, wuerde ich das auch nicht wollen.