Wir machen und schreiben ja eine ganze Menge zum Nürburgring. Da macht es nicht nur Sinn, es ist eine Notwendigkeit sich auch vor Ort zu informieren. Unsere Landesvorsitzende Eveline Lemke war schon einige Male am Ringt, heute kam sie gemeinsam mit Franziska Brantner. Sie ist GRÜNE Europaabgeordnete und zuständig für Rheinland-Pfalz. Da praktisch jede öffentliche Finanzierung auf der europäischen Ebene geprüft werden kann (z.B. wegen des Verdachts der illegalen Subvention oder wegen Marktverzerrung) sollten auch Europaparlamentarier ein Bild vom Ring haben.
Auf dem Programm stehen eine Führung über das neue Gelände, ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Hans-Joachim Koch sowie eine Podiumsdiskussion mit der BI „Rettet den Nürburgring“ und einem Tourismusexperten aus Köln.
Bis gestern zumindest war dies das Programm. Um 18.29 Uhr wurde das Gespräch mit Hans-Joachim Koch von dessen Sekretariat abgesagt. So was kann vorkommen – auch kurzfristig – nur folgendes stimmt doch merkwürdig:
Die Gesprächsthemen zwischen den GRÜNEN und Herrn Koch wurden mit der PR-Agentur (mit Sitz in Hamburg) telefonisch vorsondiert. Unsere Fragen wurden übermittelt, damit die Nürburgring GmbH nicht ganz unvorbereitet ist. Dabei ging es unter anderem auch über europäische Vorschriften zum Lärmschutz, die scheinbar am Nürburgring nicht vollständig umgesetzt wurden. Für das Gespräch wurde Vertraulichkeit vereinbart, keine Presse oder weitere Gäste. Also eine Gelegenheit die viele Fragen und der zahlreichen Kritik von uns in geschütztem Rahmen zu begegnen.
Kurz nach dem Telefonat mit der PR-Agentur wurde das Gespräch von der Geschäftsführung per E-mail abgesagt.
Ein zeitlicher Zusammenhang ist unübersehbar. Ob es auch einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Telefonat und der Entscheidung der Geschäftsführung gab, will ich nicht unterstellen. Aber es lädt zum spekulieren geradezu ein.
Also wie stellt es sich die Nürburgring GmbH vor, neues Vertrauen im Land zu gewinnen? Bei uns zumindest wurde das Gefühl erzeugt, am Nürburgring unerwünscht zu sein. Schade.
Übrigens: Im Gegensatz zur Geschäftsführung der GmbH, hat es sich Jörg Lindner (der neue starke Mann am Ring) nicht nehmen lassen unsere Veranstaltung zu besuchen.
12. Februar 2010 at 19:58
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