Ganz ungewohnte Offenheit legt der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Nürburgring GmbH Ernst Schwanhold in einem Interview mit der Rhein-Zeitung an den Tag. Alles was unter seinen Vorgängern verpöhnt war zu artikulieren darf jetzt wohl gesagt werden. Dass dabei nicht positives überwiegt, liegt (beim Nürburgring) in der Natur der Sache. Zwei Beispiele:

Frage: Der alte Businessplan ging auch davon aus, dass ein paar Millionen plus für den Ring herumkommen. Das neue Konzept klingt eher so, als könne der Nürburgring zufrieden sein, wenn für ihn eine schwarze Null rauskommt.

Antwort: Ich würde mich gerne mehr mit der Zukunft beschäftigen, aber natürlich gibt es Aufklärungsbedarf für die Vergangenheit. Anfangs wurde allein für die Nürburgring GmbH von einer Bausumme von 135 Millionen Euro ausgegangen und heute sind rund 200 Millionen zu erwarten. Das bedeutet eine Zinslast, die den Ertrag, der anfangs mit ein paar Millionen Euro angesetzt worden ist, deutlich schmälert. Zunächst erwarten wir, dass Zinsen, Abschreibung und Tilgung finanziert werden können. Dann wird kein Euro des Steuerzahlers benötigt. Das wäre ein gutes Ergebnis, und die Betreiber sollen verdienen. (Unterstreichung habe ich vorgenommen)

Anmerkung: Optimistisch klingt anders. Gute Ergebnisse sind schließlich die Ergebnisse, welche über dem erwarteten Schnitt liegen. Bereitet Schwanhold die Öffentlichkeit hier darauf vor, dass am Ende doch Steuergelder benötigt werden?

Frage: Hat der frühere Aufsichtsrat die Zügel schleifen lassen?

Antwwort: Ich möchte nicht über andere urteilen. Ich glaube, dass man die eine oder andere Entwicklung hätte früher erkennen und verhindern können.

Anmerkung: Der alte Aufsichtsrat bestand aus Ingolf Deubel (Vorsitzender, gescheiterter Finanzminister, SPD), Dr. Jürgen Pföhler (Landrat Ahrweiler), Staatssekretär a.D. Roland Härtl und Carsten Kühl (neuer Finanzminister, SPD). Sollten Fehler des Aufsichtsrates wirklich ans Licht kommen, zumindest der aktuelle Finanzminister Carsten Kühl hatte ein Problem.