Am vergangenen Wochenende fand unser Landesparteitag in Kaiserslautern statt. Als Vorbereitung auf die kommenden Jahre wollten wir einiges ausprobieren, Standarts setzen und Routine gewinnen. Denn bisher fand Internet auf Landesparteitagen nur in Form von E-Mail und Bundesliga Live-Ticker statt. Unter anderem war das ein Live-Ticker auf der Homepage, die obligatorische Twitterwall, ein public-tweeting, die Online-Redaktion und ein FlickR-Stream. Den eigentlich geplanten Live-Stream hatte ich mir schon früh wegen der zu erwartend schwachen Bandbreite abgeschminkt.
Erstes Problem beim Aufbauen am Freitag war, dass die Bandbreite (trotz Test einige Wochen zuvor) noch schwächer war als befürchtet. Das anzapfen einer DSL-Leitung für W-Lan war mangels DSL-Anschluss (ISDN!) nicht möglich. Und trotz UMTS-Sticks – ie drei Netze abdeckten – bekamen wir nirgends mehr als eine EDGE-Verbindung zu Stande. Damit war für mich, und besonders auch für die Online-Redaktion schnell klar: nicht nur der Stream war hinfällig, auch der FlickR-Stream und der Live-Ticker (Typo 3-Backend mit GPRS wollte ich niemandem zumuten). Blieb also eine dreiköpfige Onlineredaktion, die sich dann schnell selbst ein Arbeitsfeld erschlossen hat. Und das sogar ziemlich erfolgreich und mit breiter Aufmerksamkeit auf dem Parteitag und der interessierten Online-Öffentlichkeit.
Hauptsächlich bewegten sich @mrshellhammer, @sturmfels und @keksausmainz nun selbstgewählt im Twitteruniversum. Mit ihren privaten Accounts, sowie dem Parteitags-Account @ldv09 schoss die Berichterstattung mit dem Hashtack #ldv09 bis zum Mittag auf Platz 1 der deutschen Trending Topics. Unsere Twitterwall (die zu Anfang im Foyer gebeamt wurde, später neben der Bühne stand) hatte insgesamt ca 600 Tweets von ca 40 Accounts verarbeitet.
Interessant war auch die Erfahrung für und von Delegierten, die unser public-tweeting genutzt haben. Direkt vor der gebeamten Twitterwall stand ein Laptop bereit, der von jedem zum twittern über @ldv09 genutzt werden konnte. Anfangs konnten noch recht wenige damit etwas anfangen, später fanden immer mehr junge und alte Grüne daran Spass. Die Online-Redaktion wird sich auch beim kommenden Parteitag wieder Menschen erklären dürfen, was dieses Twitter eigentlich ist.
Fazit
Ein wenig peinlich war es schon, einen Parteitag ohne W-Lan, und vor allem ohne irgendeine vernünftige Bandbreite durchzuführen. Da werde ich bei den kommenden Parteitagen noch intensiver testen müssen und die Absprachen mit den Hallenbetreibern klarer vereinbaren. W-Lan, Stream und Live-Ticker möchte ich als Standart für uns zukünftig etabliert wissen. Die erstmals eingerichtete Online-Redaktion hat fantastisch gearbeitet. Und das schönste, sie hatten so einen Spass an der Sache, dass sie sich schon selbst für den nächsten Parteitag im April gebucht haben. Die Entscheidung, einen eigenen Parteitags-Account anzulegen war wohl auch richtig. Ich kann mir gut vorstellen dass wir den einen oder anderen (oder eine ganze Menge) an Followern verloren hätten, wären alle 160 Tweets der 9 Stunden Parteitag über @gruene_rlp gelaufen. Sollten zukünftig auch die Delegierten umfassend mit W-Lan ausgestattet sein, wird die Debatte auf dem Podium durch die verschiendenen Möglichkeiten des Social-web vernünftig ergänzt werden können. Auch daheim gebliebene Parteimitglieder können sich beteiligen, Stellungnahmen zu unseren Beschlüssen direkt der LDV via Twitterwall mitgeteilt werden. Eine schicke Ergänzung, gerade für die Phasen des Parteitages, die vielleicht nicht so bindend sind (Haushalt).