Am Nürburgring läuft ja gerade einiges schief. Vor ein paar Tagen wurde einer der beiden Geschäftsführer rausgeworfen, ihm wird Mitverantwortung für das Desaster unterstellt. Nachdem Finanzminister Deubel wegen des Scheiterns der Finanzierung zurücktreten musste (er saß einer Reihe von Betrügern auf), ist Lippelt, also das zweite Opfer der Misswirtschaft. So war zumindest bis vor kurzem die Sichtweise, welche in den Medien und der Politik die größte Verbreitung fand.
Eine ganz neue Interpretation brachte nun die PR-Agentur Dederichs Reinecke und Partner in die Debatte ein. Laut eigenem Internetauftritt sind sie Partner der Nürburgring GmbH, ihre Aufgabe stellen sie hier wie folgt dar:
EIFELDORF „GRÜNE HÖLLE“
Rund 100 Meter von der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings entfernt entsteht derzeit das Eifeldorf „Grüne Hölle“
Im Rahmen des Nürburgring-Ausbaus zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum entstehen im Eifeldorf auf 33.000 Quadratmetern Fläche Restaurants, themenbezogene Bars, Snack-Bars, ein Café und ein Drei-Sterne-Hotel der Lindner Hotels AG. Insgesamt bietet das Eifeldorf „Grüne Hölle“ Platz für bis zu 5.000 Gäste und wird zukünftig der Treffpunkt am Ring. Unsere Aufgabe: strategische Beratung, klassische Presse- und Medienarbeit in den Bereichen Tourismus, Immobilien und Event.
angeblich versuchte PR-Agentur Beeinflussung
Ob aus eigenem Antrieb, oder durch Anregung der Auftragsgeber, die PR-Agentur Dederichs Reinecke und Partern versuchte wohl die Schuldfrage durch „klassische Presse- und Medienarbeit“ zu verschieben. Sie riefen bei Journalisten an, um (kurz zusammengefasst) mitzuteilen, dass die GRÜNEN durch ihre ständige Nöhlerei das Projekt Nürburgring „gefährden“ würden. Die Verantwortung für das (mögliche) Scheitern der Steuergeld-Investition am Nürburgring läge also nicht (nur) bei der Landesregierung, sondern bei einer Partei in außerparlametarischer Opposition. Dumm nur, wenn einige dieser Journalisten nichts besseres zu tun hat als uns zu kontaktieren und darüber in Kenntnis zu setzen. Die Einschätzung der Presse gabs teilweise frei Haus mit dazu. Erfolgreich war Dederichs Reinecke und Partner demnach nicht.
Der Mitinhaber der Agentur widerspricht meiner Sicht vehement. „Wir wissen nur, dass kein Mensch in unserer Agentur jemals bei einem Medium angerufen hat um die Grünen ernsthaft für irgendetwas verantwortlich zu machen.“ (Zitat aus den Kommentaren).
Sollten meine Vorwürfe zutreffen, ist unser Einfluss auf die großen Projekte in Rheinland-Pfalz wirklich höher einzuschätzen als von mir gedacht.
Warum die GRÜNEN?
Ich kann mir denken, warum außgerechnet die GRÜNEN hier die Prügel beziehen sollen. Sowohl Landesregierung als auch die Nürburgring GmbH benötigt schnell einen Katalysator für den vielen Frust der Beteiligten (und der Genossen). Wenn man es schon nicht selbst sein möchte, wer bietet sich da an? Am besten doch eine kleine Partei, der man schon lange unterstellt, Infrastrukturprojekten auf dem platten Land sehr kritisch gegenüber zu stehen. Am besten eine Partei, von der einige immer noch behaupten, ihr wäre die „grüne Wiese“ lieber als ein Nürburgring oder ein Flughafen Hahn. Das stimmt zwar in keinster Weise mit der Realität überein, ist aber scheinbar als Ablenkungsmanöver aus Sicht der Agentur (Landesregierung?/Nürburgring GmbH?) geeignet. Die GRÜNEN sind durch ihren Status als außerparlamentarische Opposition auch nicht in der Lage, in der Öffentlichkeitsarbeit auch nur halbwegs gegen die Regierung anzustinken. Als Opfer, dass sich nur schwer wehren kann, sind sie wohl geeignet.
Billig, durchschaubar und Steuergeldverschwendung
Der Landtag hat vor kurzem mit Zustimmung der SPD einen Untersuchungsausschuss zum Nürburgring eingerichtet, Ministerpräsident Beck hat gegenüber der Rhein-Zeitung am 10. Oktober in einem Interview zum Nürburgring erklärt: „Wir haben jetzt in 17 Regierungsjahren an einer Stelle einen gravierenden Fehler gemacht. Für den ist Verantwortung übernommen worden.„. Die vermuteten Telefonanrufe der PR-Agentur sollen also scheinbar gegen den offiziellen Aufklärungswillen der SPD an einer Legendenbildung arbeiten, damit das Los des Versagens bei der Landtagswahl 2011 nicht allein von der Landesregierung getragen werden muss. Dass die Landesregierung oder die Nürburgring GmbH dies mit solchen Methoden versucht, grenzt aber an einen politischen Skandal.
Ein paar Fragen habe ich jetzt aber noch:
1. Gab es diese Telefonanrufe? Wer gab sie in Auftrag? Die Geschäftsführung der Nürburgring GmbH, der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH oder direkt die Landesregierung in Mainz?
2. Wieviel Geld bekommt die Agentur für diese Anrufe?
3. Aus welchem Topf werden sie gezahlt?
4. Wurden hier Steuergelder verwendet?
p.s.
Ich bin fest davon überzeugt, die GRÜNEN werden ihre Aufklärungarbeit am Nürburgring fortsetzen. Dort liegen garantiert noch einige Leichen im Keller, und die werden wir auch finden. Dabei geht es NICHT darum, das Projekt Ring Werk zu beerdigen oder die Existenzberechtigung generell in Frage zu stellen. Es geht darum, Misswirtschaft auf Steuerzahlerkosten aufzudecken, Verantwortlichkeiten klar zu machen und ein finanziell solides Modell Projekt Nürburgring auf den Weg zu bringen. Damit dieses gelingt, müssen die Fehler der jüngsten Vergangenheit aufgearbeitet werden. Dass machen wir gemeinsam mit der Opposition im Landtag und einer interessierten Öffentlichkeit. Begleitet und kommentiert wird es von der Presse. Und schön, dass die Journalisten in Rheinland-Pfalz da einen ganz eigenen Kopf haben, und auf diese billige Propaganda nicht hereinfallen.
edit: in den Kommentaren (#5) findet sich nun auch eine Stellungnahme des Inhabers der Agentur. Sie widerspricht sehr vehement dessen, was uns zugetragen wurde.
edit 30. Oktober: Ich habe den Artikel überarbeitet. Wer Interesse an den Hintergründen dazu hat, darf gerne die Kommentare zum Eintrag lesen.
10. Oktober 2009 at 17:59
Hallo liebe Freundinnen und Freunde,
Grünen- Bashing ist im Zusammenhang mit Motoren immer beliebt…
Ich bin 8 km vom Ring entfernt aufgewachsen und weiß um die seine Bedeutung für die Region und ganz RP. Ich befürworte auch grundsätzlich den Ausbau, ohne mir über das „Wie“ ein Urteil erlauben zu wollen. Aber der Bockmist, der da bei euch passiert, muss an die Öffentlichkeit! Also Augen geradeaus und weitermachen! Grüße aus NRW
11. Oktober 2009 at 13:51
Hallo Felix.
„…Dabei geht es NICHT darum, das Projekt Ring Werk zu beerdigen oder die Existenzberechtigung generell in Frage zu stellen. …“
Genau SO wird es aber von der (nicht-grünen) Öffentlichkeit wahrgenommen. Und besonders in der Region um den Ring sowie rund um die derzeitige Landesregierung liegen die Nerven derzeit echt blank.
Der Haken an der Sache: ihr erarbeitet Euch vielleicht Reputation im grünen Umfeld Deutschlands, aber verliert Sympathien in RLP.
Trotzdem: weiter so. Nur vielleicht mit etwas mehr diplomatischem Geschick.
11. Oktober 2009 at 15:31
Ich kann verstehen, dass viele Menschen in der Region nervös sind.
Allerdings bin ich der Meinung, dass das Nürburgring nicht um jeden Preis durchgezogen werden kann.
Es kann doch nicht einmal im Interesse der Region sein, dauerhaft am Tropf der Steuerzahler zu hängen. Es muß doch frustrierend für jede/n Arbeitnehmer/in am Nürbergring sein, dass sein/ihr Arbeitsplatz einzig vom Wohlwollen der Steuerzahler abhängt.
Der Fokus auf dieses eine Projekt führt doch dazu, dass über andere Möglichkeiten der Wirtschaftsförderung dort überhaupt nicht nachgedacht wird.
Ich bin sicher, dass es selbst in der Eifel Menschen gibt, die das so sehen, es aber bestimmt nicht öffentlich äußern. Deswegen denke ich nicht, dass unser Engagement Sympathien kosten wird, v. a. nicht anderswo in RLP, wo die Verärgerung groß ist.
Grünes Engagement gegen die ADAC-Rallye in Trier hat ihnen auch nicht geschadet.
12. Oktober 2009 at 14:18
@Uli: Der Punkt ist ein echtes Problem. Wir haben zwar schicke Konzepte für eine Entwicklung des Nürburgrings, aber dafür interessiert sich niemand. Daher werden sie auch nicht bekannt. Wenn wir aber dagegen sind, entspricht es dem was von den GRÜNEN erwartet wird. Zumindest von der generellen Öffentlichkeit, nicht unbedingt von unseren Wählern. Aber die bekommen dann auch nur zu hören: „Die GRIINE, die sin werre dagesche“.
Aber keine Angst, wir wühlen da weiter. Die letzten Jahre am Nürburgring müssen aufgearbeitet werden. Und wir sind da mitten drin. Bleibt aber ein Skandal, dass (vermutlich) mit Steuermitteln hier die Wahrheit gebeugt werden soll.
26. Oktober 2009 at 19:19
Guten Tag Herr Schmitt,
mein Name ist Oliver Dederichs ich bin einer der Inhaber der Agentur Dederichs Reinecke & Partner. Wir machen unter anderem auch die PR für den Nürburgring und das Eifeldorf Grüne Hölle. Unsere Agentur gibt es seit 1996, wir arbeiten hier mit 22 Kolleginnen und Kollegen, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen, Ländern und politischen Lagern kommen, aber alle einem Motto treu sind: Wir arbeiten nur für Menschen, Produkte und Dienstleistungen die wir mögen.
Eben habe ich ihr Posting gelesen und muss sagen, dass wir echt erschrocken sind. Auch wir sind der Meinung, dass am Ring Fehler gemacht wurden. Wenn man Dinge verändert, werden Fehler gemacht. Die Gründe müssen rückhaltlos und sachlich aufgeklärt werde, damit der gleiche Fehler nicht noch einmal gemacht werden. Da bin ich 100% bei Ihnen.
Das ist aber gar nicht unser Punkt. Was mich und meine Kolleginnen und Kollegen wirklich getroffen hat ist Ihre Formulierung „PR-Agentur hetzt im verdeckten gegen die GRÜNEN“ und das was dann kommt. Die danach folgenden Aussagen finden wir so bösartig und spekulativ, dass wir ihnen heute einfach mal schreiben wollten. Keiner der Beteiligten aus unserer Agentur hat jemals im Auftrag von irgendeinem Kunden versucht, irgendjemanden die Schuld für irgendetwas in die Schuhe zu schieben. Es gibt keine derartige Kampagne die von uns ausgeht. Es gibt auch keine Mitarbeiter/innen die mit diesem Ziel jemals einen Hörer in die Hand genommen haben. Ein solches Vorgehen entspräche weder unsere Agenturphilosophie noch unserer Vorstellung von Öffentlichkeitsarbeit. Wir glauben an Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Aufrichtigkeit als Erfolgsfaktoren für gute Öffentlichkeitsarbeit. Wenn Sie möchten, stellen wir jederzeit den Kontakt zu Redakteurinnen und Redakteuren her, mit denen wir seit 1996 für ganz verschiedenen Kunden – auch im kritischen Dialog – zusammenarbeiten. Diese Menschen werde uns Leidenschaft, hoffentlich Professionalität und 100% Offenheit und Zuverlässigkeit attestieren. Was wir aber garantiert nicht machen ist „verdeckt gegen jemanden zu hetzen“. Wir wissen nicht, wer Ihnen diese Information geliefert hat. Bitte sprechen Sie noch einmal mit ihren Informanten, ob es sich wirklich um Mitarbeiter unserer Agentur gehandelt hat. Wir wissen nur, dass kein Mensch in unserer Agentur jemals bei einem Medium angerufen hat um die Grünen ernsthaft für irgendetwas verantwortlich zu machen. Was ich persönlich, für extrem unprofessionell, moralisch fragwürdig und da stimme ich Ihnen vollkommen zu, auch für totalen Quatsch halte. Wenn Sie Lust und Zeit haben, stelle ich Ihnen gern einmal unser PR Konzept vor, das tatsächlich auf die Ansprache von Besuchern und potentiellen Besuchern setzt. Das ganze allerdings explizit, ohne dabei jemals die Grenzen professioneller Kommunikationsarbeit zu überschreiten. Wenn Sie wollen, können wir uns ja mal zusammensetzen. Wir würden uns über ein Feedback sehr freuen.Für den Moment, schöne Grüße aus der Schanze.
27. Oktober 2009 at 18:45
Sehr geehrter Herr Dederichs,
ich freue mich wirklich über ihre Antwort.
Es liegt mir fern, ihnen oder ihren Kollegen Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit oder gar Aufrichtigkeit abzusprechen. In diesem Sinne dürfen sie meinen Eintrag auch nicht verstehen.
Allerdings möchte ich auch nicht die Personen, welche aus eigenen Stücken auf uns zu gekommen sind, als unglaubwürdig gelten lassen. Ich kenne keinen Grund, warum uns Menschen, die professionell im Mediengeschäft tätig sind, uns gegenüber solche Aussagen tätigen sollten. Sicherlich lässt ein Telefonat zwischen 2 Personen immer auch zwei unterschiedliche Eindrücke zurück. Unter Umständen sind diese Eindrücke hier sehr unterschiedlich. Zur Kenntnis nehme ich aber, dass es sie gibt.
Ich würde mich natürlich freuen, in einem persönlichen Gespräch diese Unstimmigkeiten zu erörtern.
mit freundlichem Gruß
Felix Schmitt
28. Oktober 2009 at 10:25
Moin Herr Schmitt,
danke für die zügige Antwort. Ich freue mich, dass wir uns ganz normal über die Sache Unterhalten können.
Sie sollen keinesfalls die Aussagen ihrer Quellen in Zweifel ziehen. Wenn sie, wie sie sagen mehrere belastbare, zuverlässige Quellen haben, die behaupten, dass wir als Dienstleister ernsthaft versuchen, ein Bild zu erzeugen das, Zitat: „die GRÜNEN durch ihre ständige Nöhlerei das Projekt Nürburgring „zerstören“ würden“, dann ist das harter Tobak aber im journalistischen Sinne ist es dann erstmal so.
Sie haben in Ihrer Eigenschaft als Autor meiner Ansicht nach aber auch eine Verantwort und eine Pflicht den Menschen gegenüber, die Sie mit solchen Behauptungen treffen. In diesem Fall unsere Agentur und unserer Mitarbeiter/innen
Sie schreiben hier in einem Blog der vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz betrieben wird, einer zutiefst demokratischen, freidenkenden Partei. Sie sind im Sinne des Presserechtes der Verantwortliche.
Wäre es nicht fair gewesen, im Rahmen eines offenen Dialoges uns zumindest die Chance zu geben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen?
Unsere Telefonnummer steht für jeden Sichtbar auf unsere Website. Es wäre ein Anruf gewesen und wir hätten die Chance gehabt auch etwas dazu zu sagen, bzw. im demokratischen Sinne unsere Meinung zu äußern.
Stattdessen formulieren Sie eine Überschrift, die definitiv eine falsche Tatsachenbehauptung ist, inhaltlich widersprüchlich und beleidigend ist.
„PR-Agentur hetzt im verdeckten gegen die GRÜNEN“ ich persönlich muss sagen das mich solche Headlines eher an ein Medium erinnern, das ich berufsbedingt häufig lesen. Inhaltlich aber wenig schätze. Das ist allerdings nur meine ganz persönliche Meinung.
Das ganze dann auf einem Organ der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz lesen zu müssen, befremdet mich. Wo bleibt da die Fairness?
Mal ganz davon abgesehen, dass ich den Begriff „hetze“ vor dem geschichtlichen Kontext in dem das Wort in der jüngeren Deutschen Geschichte verwendet wurde abscheulich finde. In meinem Wertegefüge ist für „hetze“ kein Platz. Jemandem vorzuwerfen oder zu behaupten er würde „hetzen“ halte ich für eine massive Beleidigung.
Sie schreiben, „Ob aus eigenem Antrieb, oder durch Anregung der Auftragsgeber, die PR-Agentur Dederichs Reinecke und Partner versucht gerade die Schuldfrage durch „klassische Presse- und Medienarbeit“ zu verschieben.“ „Sie riefen in kurzer Zeit bei einer Vielzahl von Journalisten an, um (kurz zusammengefasst) mitzuteilen, dass die GRÜNEN durch ihre ständige Nöhlerei das Projekt Nürburgring „zerstören“ würden“.
Das ist schlicht und einfach die Unwahrheit. Das stimmt nicht. Das sind Tatsachenbehauptung die absolut unwahr sind. Sie beschreiben diesen Vorgang aber als Tatsache.
Dann schreiben Sie „Dass die Landesregierung oder die Nürburgring GmbH dies über eine solche Kampagne versucht, grenzt aber an einen politischen Skandal. Gelernt, hat da wohl (doch) niemand. Schade. Wirklich schade.“ Sie nehme ihre eigene Tatsachenbehauptung
(es gibt eine Kampagne) als Grundlage um dann Dritten (Landesregierung/NR GmbH) zu unterstellen sie hätten eine entsprechende Kampagne in Auftrag gegeben.
Wenn dann Frau Lemke, als streitbare, in meinen Augen anständige Grünen-Politikerin, in einem ihrer Tweets auf diese Berichterstattung zugreift und diese Inhalte dann ins Land getragen werden, dann bekommt das ganze eine entsprechende Dimension. Ich kann diese gesamte Aktion im Moment noch nicht ganz genau einordnen. Wir können sie aber in keinem Fall so stehen lassen.
Ich persönlich wünsche mir, dass die Partei, für die Sie sich engagieren, auf deren Blog Sie schreiben und deren Werte und Wertvorstellung ich teile nicht anfängt, im Hinblick auf ein gesetztes Ziel eben diese Wertvorstellungen über Board zu werfen.
Was würde Sie jetzt an unserer Stelle machen, wenn wir das gleiche über Sie geschrieben und behauptet hätten oder Sie bei uns arbeiten würden?
Wir freue uns von Ihnen zu hören,
Oliver Dederichs
28. Oktober 2009 at 11:59
Hallo Herr Dederichs,
mein Anspruch an die Blogeinträge ist nicht journalistischer Natur. Ich möchte meine persönliche Sicht der Dinge (daher auch die namentliche Autorennennung) darlegen. Insofern wäge ich sicherlich deutlich weniger ab, als bei einem Text, welcher eine Darstellung der Situation ohne Parteinahme erfordern würde. Meine Meinung beruht hier auf den Aussagen verschiedener Menschen, die auf eine bestimmte Handlungsweise Dritter schließen lassen. Daraus habe ich Schlussfolgerungen gezogen und eine politische Bewertung aus meiner Sicht vorgenommen.
Da ich aber weiß, dass bei politischen Zuspitzungen die jeweils betroffene Seite (naturgemäß) schlecht weg kommt, darf ich Ihnen anbieten, ihre Sicht der auch hier zur Debatte zu stellen. Gerne stelle ich Ihnen diesen Blog zur Verfügung, um in meinem eigenen Beitrag eine Beleuchtung meines Postings vorzunehmen. Über einen solchen Beitrag würde ich mich freuen. Er dient sicherlich dem Vorsatz, die Vorgänge um den Nürburgring wieder versachlicht zu diskutieren.
mit freundlichem Gruß
Felix Schmitt
28. Oktober 2009 at 14:50
Moin Herr Schmitt,
danke für die schnelle Antwort.
Unabhängig davon, ob Sie die Blogeinträge auf diesem offiziellen Blog BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz mit journalistischem Anspruch oder als privat Person vornehmen gilt doch für uns alle der gleiche rechtliche und moralische Rahmen.
Auch wenn Sie als privat Person behaupten „PR-Agentur hetzt im verdeckten gegen die GRÜNEN“ dann ist das nicht in Ordnung, das ist eine ehrverletzende falsche Tatsachenbehauptung.
Hätten wir in dieser Situation nicht das Recht zu erfahren, wer sich bei Ihnen gemeldet hat. Der Vorfall ist ja öffentlich. Wir haben so wie Sie behaupten „Journalisten angerufen und gegen die Grünen gehetzt“. Kein Mensch käme zu schaden, das Prinzip des Quellenschutzes macht hier keinen Sinn zumal es ein privater Blogeintrag ist.
Warum sollte ein ernstzunehmender Journalist Befürchtungen haben wahrnehmbar die Wahrheit öffentlich zu sagen – das ist ja seine Aufgabe: Wenn er dann sagt „Die PR Agentur hat mich angerufen und mir gegenüber über die Grünen gehetzt“. Was soll dann passieren? Wir streichen ihn aus unserem Verteiler er bekommt keine Presseinformationen mehr?
Selbst wenn wir so handeln würden – was wir nicht machen – wären die Konsequenzen für ihn glaube ich zu verkraften.
Wir haben übrigens keinen einzigen Artikel zu diesem Vorwurf der „hetze“ in anderen Medien gefunden.
Die Handlungen des Nürburgringes stehen unter extremer medialer Beobachtung und das ist gut. Wäre es nicht eine wirklich schöne Geschichte für kritische Medien – und davon gibt es zum Glück rund um den Ring einige – über dieses Verhalten des „Nürburgringes“ zu berichten, eine solche Anweisung an einen Dienstleister wäre tatsächlich ein Skandal.
Das wäre in meinen Augen eine echte Story – keiner bringt diese Geschichte in seinem Medium? Kein SWR, kein Trierischer Volksfreund, keine Rhein-Zeitung. Nicht mal die Eifelzeitung, absolut keiner.
Nicht mal auf der Seite eines echten Vollblutjournalisten, des von mir geschätzten Wilhelm Hahne, http://www.motor-kritik.de findet sich ein Hinweis auf diese skandalöse Vorgehensweise?!
Herr Hahne gehört in meinen Augen zu den bestinformierten Kreisen am Ring.
Hm, mir ganz persönlich stellen sich da einige Fragen,…, es drängen sich sogar bestimmte Gedanken auf. Aber das ist tatsächlich nur meine ganz private Meinung.
Sie bezeichnen ihr Posting dann als „politische Zuspitzung“. Für mich ist das keine politische Zuspitzung – ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal wie ein Text das sein oder werden kann – Für mich ist das ein Blogeintrag. Ihr Angebot zu dem Eintrag Stellung zu nehmen habe ich ja einfach mal so angenommen. Was ich zu den falschen Tatsachenbehauptung allerdings noch zusätzlich ausführen soll weiß ich ehrlich gesagt nicht.
Es ist wie ich hoffe, eigentlich alles deutlich ausgeführt. „Ich habe nicht verstanden was sie mit diesem Satz meinen „Er (unser Beitrag) dient sicherlich dem Vorsatz, die Vorgänge um den Nürburgring wieder versachlicht zu diskutieren“.
Es geht doch hier gar nicht um die „Versachlichung einer Nürburgring Diskussion“ – Es geht uns nicht um den Nürburgring.
Es geht um uns, es geht um unserer Agentur. Sie sagen wir „hetzen“, berichten von Informationen die Journalisten an Sie weitergeben haben, statt da in den eigenen Medien ein Geschichte draus zu machen.
Damit begründen Sie einen Blogeintrag, der juristische relevanz hat, beleidigend ist, gegen alle regeln der Fairness verstößt und das ganze auf dem Blog einer Demokratischen Partei. Wir fragen Sie ganz ehrlich Herr Schmitt: wäre es nicht einen Gedanken wert, den Artikel noch mal zu überarbeiten, jetzt wo wir sie ausführlich über unsere Sicht der Dinge informiert haben?
Abschließend möchten alle Kollegen und Kolleginnen unsere Agentur noch mal ganz deutlich machen: wir sind keine Hetzer!
Uns würde wirklich interessieren, was Sie in unserer Situation jetzt machen würden?
Für den Moment,
schön Gruß vom Schulterblatt
Oliver Dederichs
28. Oktober 2009 at 16:18
Hallo Herr Dederichs,
sicherlich kann ich mir keinen Quellenschutz zu Eigen machen. Dennoch möchte ich ohne entsprechend beantwortete Rückfrage keine Namen in Verbindung mit Aussagen benennen, die in einem vertraulichen Rahmen gemacht wurden. Gerne werde ich aber konkret, was gegenüber uns geäußert wurde.
Zwei Fälle:
Gegen Ende des Bundestagswahlkampfes wurden wir bei einem Interview-Termin mit den Worten begrüßt „Warum wollen sie den Nürburgring kaputt machen?“. Auf Rückfrage, wie die Dame darauf komme, wurde uns gesagt, dass dies ein Hinweis aus ihrem Hause gewesen sei, der durch ein Telefonat an die Redaktion gebracht wurde.
Bei einem zweiten Gespräch im Rahmen einer Berichterstattung (ebenfalls gegen Ende des Bundestagswahlkampfes) hat ein Journalist uns gesagt, dass die Agentur Dederichs der Redaktion folgendes mitgeteilt hat: Sie solle im Umgang mit den Grünen vorsichtig sein und nicht alles nehmen. Die Grünen würden den Nürburgring kaputt machen wollen.
Wie sie sehen, argumentiere ich nicht aus dem Freien heraus. Vor diesem Hintergrund denke ich, dass der Kern meines Blogeintrages nicht so falsch sein kann.
Wenn sie mir die konkreten Stellen nennen die sie inhaltlich für falsch halten, denke ich gerne über eine andere Formulierung nach.
mit freundlichem Gruß
Felix Schmitt
28. Oktober 2009 at 17:08
Hallo Herr Schmitt,
um Ihre Frage ganz konkret zu beantworten: Wir möchten, das Sie den Begriff „hetzen“ streichen und sich an den Fakten orientieren.
Nun zu ihren Ausführungen. Sie Behaupten in ihrem Beitrag : „Sie riefen in kurzer Zeit bei einer Vielzahl von Journalisten an, um (kurz zusammengefasst) mitzuteilen, dass die GRÜNEN durch ihre ständige Nöhlerei das Projekt Nürburgring „zerstören“ würden.
Jetzt erklären Sie das es eine Begrüßung gegeben haben wo ihnen gesagt wurde „dass dies ein Hinweis aus unserem Hause gewesen sei, der durch ein Telefonat an die Redaktion gebracht wurde“.
„Bei einem zweiten Gespräch im Rahmen einer Berichterstattung (ebenfalls gegen Ende des Bundestagswahlkampfes) hat ein Journalist uns gesagt, dass die Agentur Dederichs der Redaktion folgendes mitgeteilt hat: Sie solle im Umgang mit den Grünen vorsichtig sein und nicht alles nehmen. Die Grünen würden den Nürburgring kaputt machen wollen.“
Sie müssen zugeben, dass diese Schilderungen im krassen Gegensatz zu dem stehen, was sie schreiben.
Wäre es nicht auch hier angebracht die Fakten wiederzugeben statt daraus absolut spekulativ eine Kampagne abzuleiten oder gar zu Behaupten: „Sie riefen in kurzer Zeit bei einer Vielzahl von Journalisten an?“ und das dann mit einer „Hetzkampagne“ gleichzusetzten. Das entspricht doch einfach nicht der Wahrheit.
Wir würden uns im Sinnen der Wahrheit und eines fairen Umgangs miteinander wünschen, das Sie die entsprechenden Passagen, die nachweislich falsche Tatsachbehauptung enthalten oder ehrenrührig sind schwärzen resp. rausnehmen oder überarbeiten.
Wir denken, damit hätten wir in einem guten Dialog eine Lösung gefunden, mit der beide Seiten leben könnten. Was meinen Sie?
Oliver Dederichs
28. Oktober 2009 at 17:43
Hallo Herr Schmitt,
warum machen Sie das? Wir reden doch miteinander?
Tweet von Felix_ Schmitt
Auseinandersetzung im Blog mit der PR-Agentur Dederichs wird härter. Droht indirekt juristische Schritte an: http://is.gd/4FUHy #Nürburgring
about 1 hour ago from Seesmic
29. Oktober 2009 at 15:39
Hallo Herr Dederichs,
ich kann in meinen beiden exemplarischen Beispielen schon eine deutliche Kommunikationstendenz erkennen, die dem entspricht was ich oben beschrieben habe.
Kann ich denn aus ihrer Antwort Nr. 11 entnehmen, dass sie diese Telefongespräche geführt hatten? Immerhin regten sie an, meinen Eintrag auf Grundlage dieser beiden Beispiele zu ändern. In ihrer ersten Antwort schrieben sie noch
„Wir wissen nur, dass kein Mensch in unserer Agentur jemals bei einem Medium angerufen hat um die Grünen ernsthaft für irgendetwas verantwortlich zu machen.“
Da erkenne ich weiterhin einen Widerspruch.
Sollten sie sich hier erkennbar davor distanzieren, dass wir GRÜNE den Nürburgring „kaputt machen“ oder „zerstören“ wollen und mir zusagen dass solche Botschaften durch ihre Agentur in Zukunft nicht (mehr) verbreitet werden, bin ich gerne bereit jegliche „Hetze“ aus dem Artikel zu tilgen, den Konjunktiv durchgehend einzuführen und weitere Zuspitzungen abzumildern.
mit freundlichem Gruß
Felix Schmitt
29. Oktober 2009 at 16:10
Hallo Herr Schmitt,
wie sie aus diesen beiden beschriebenen Vorgängen diesen Satz rechtfertigen können: „Sie riefen in kurzer Zeit bei einer Vielzahl von Journalisten an, um (kurz zusammengefasst) mitzuteilen, dass die GRÜNEN durch ihre ständige Nöhlerei das Projekt Nürburgring „zerstören“ würden.“ erschließt sich uns immer noch nicht aber Sie werden Ihre Gründe dafür gehabt haben.
Und nein, Sie können auch nicht daraus schließen, dass wir solche Telefonate tatsächlich geführt haben.
Wir wiederholen sogar unsere Aussage: „kein Mensch in unserer Agentur hat jemals bei einem Medium angerufen um die Grünen ernsthaft für irgendetwas verantwortlich zu machen.“
Das wird auch in Zukunft genau so bleiben. Es gab solche Aussagen nicht und es wird sich nicht geben.
Und ich wiederhole auch gern, dass, was ich in meinem ersten Beitrag schon gesagt habe in Bezug auf die Schuldzuweisung an die Grünen: „…was ich persönlich, für extrem unprofessionell, moralisch fragwürdig und da stimme ich Ihnen vollkommen zu, auch für totalen Quatsch halte“. Auch nach zwei Tagen halte ich diese angeblichen Vorwürfe an die Adresse der Grünen „den Ring zerstören zu wollen“ für absoluten Quatsch.
Was meinen Sie mit weiteren Zuspitzungen?
Wir nehmen Ihr Angebot gern an. Wenn Sie mal bei uns auf der Ecke sind, dann steht hier immer ne frischer Kaffee. In diesem Sinne, sonnigen Gruß aus der Schanze
Oliver Dederichs
30. Oktober 2009 at 14:22
Hallo Herr Dederichs,
auch wenn es mir wirklich schwer gefallen ist, habe ich den Artikel geändert. Ich hoffe ihr Anliegen ist hiermit erledigt.
mit freundlichem Gruß
Felix Schmitt
30. Oktober 2009 at 15:31
Moin Herr Schmitt,
danke für die Änderungen. Warum ist es den schwer gefallen?
Bei einigen Punkten fragen wir uns allerdings immer noch, was Sie bewogen hat das zu schreiben. Dieser Satz zum Beispiel ist immer noch eine falsche Tatsachenbehauptung:
„Sie riefen bei Journalisten an, um (kurz zusammengefasst) mitzuteilen, dass die GRÜNEN durch ihre ständige Nöhlerei das Projekt Nürburgring „gefährden“ würden. Die Verantwortung für das (mögliche) Scheitern der Steuergeld-Investition am Nürburgring läge also nicht (nur) bei der Landesregierung, sondern bei einer Partei in außerparlametarischer Opposition.“
Warum schreiben Sie das? Wir haben keine Journalisten angerufen und das behauptet.
Nächstes Beispiel:
Zitat „….Das stimmt zwar in keinster Weise mit der Realität überein, ist aber scheinbar als Ablenkungsmanöver aus Sicht der Agentur (Landesregierung?/Nürburgring GmbH?) geeignet….“
Nein das ist aus unserer Sicht nicht geeignet – woher kennen Sie unsere Sicht der Dinge. Das ist doch reine Spekulation. Eine solche Maßnahme ist unredlich, falsch und wäre absolut nicht mit den Grundsätzen der Öffentlichkeitsarbeit zu vereinbaren.
Nächstes Beispiel:
„Die vermuteten Telefonanrufe der PR-Agentur sollen also scheinbar gegen den offiziellen Aufklärungswillen der SPD an einer Legendenbildung arbeiten, damit das Los des Versagens bei der Landtagswahl 2011 nicht allein von der Landesregierung getragen werden muss. Dass die Landesregierung oder die Nürburgring GmbH dies mit solchen Methoden versucht, grenzt aber an einen politischen Skandal.“
Es gibt keinen solchen Auftrag. Es gibt also auch keinen Skandal. Es tut mir wirklich leid aber auch das ist eine üble Spekulation. Sie bauen sich hier grade ihren eigenen Skandal. Ist das redlich?
Abschließend:
zitat „Begleitet und kommentiert wird es von der Presse. Und schön, dass die Journalisten in Rheinland-Pfalz da einen ganz eigenen Kopf haben, und auf diese billige Propaganda nicht hereinfallen.“
Diesem Satz schließe ich mich voll an und sage zum Glück gibt es eben diese Journalisten. Auch wenn wir uns immer noch ein wenig wundern, dass kein einziger über den von Ihnen beschrieben Skandal bis heute berichtet hat.
Lieber Herr Schmitt wir schlagen vor, diese Geschichte an dieser Stelle enden zu lassen. Vielleicht macht sie ihren Weg durchs Netz, vielleicht gibt es irgendwann neue Aspekte oder Fakten, die wir diskutieren können.
Wir sind uns ganz sicher, das auch die Leser und Leserinnen dieses Blogs nicht auf, wie Sie schreiben: Zitat „billige Propaganda“ hereinfallen werde…. und das finden wir auch gut so…
In diesem Sinne, das Angebot zum Cafe steht,
ein schönes Wochenende
Oliver Dederichs