Pressemeldung des Eichborn Verlags, zu einer Buch-Neuerscheingung von Jürgen Roth:
Hier gibt es die Pressemeldungals pdf: Eichborn Pressemitteilung J.Roth, 24.11.
Hier gibts die Presseerklärung der GRÜNE-RLP dazu.
Am Montag vergangener Woche widersprach der frühere rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel Berichten, wonach Verbindungen zwischen der Finanzierung des Nürburgring-Projekts und einem mexikanischen Familienimperium, dem eine Nähe zur dortigen Drogenmafia nachgesagt wird, bestehen.
Das ist nachweislich falsch. Tatsächlich besteht eine enge Verbindung über die Luxemburger Gesellschaft IPC (International Projekt Cooperative S.A.), über die ein Großteil der Summe für den Ausbau des umstrittenen Nürburgring-Projekts finanziert werden sollte. Hinter dieser IPC stehen, laut Amtsblatt Luxemburg vom 27. Mai 2006, die beiden irischen
Gesellschaften Rosevara und Sanlux.
Der ehemalige Finanzminister erklärte auch, dass es das Geschäftsmodell der irischen Gesellschaften Rosevara und Sanlux sei, so genannte Firmenmäntel zu verkaufen und es keine Verbindung der irischen Gesellschaften nach Mexiko gebe.
Beide Firmen verwalten als Treuhänder, als sogenannte Nominee, ausschließlich Aktien der IPC in Luxemburg und erstellen jährlich eine Bilanz. Es ist also nicht das Geschäftsmodell der beiden irischen Firmen, Firmenmäntel zu verkaufen, derer sich jeder bedienen kann, auch unter gleichen Namen. Zumal sowohl die IPC als auch Rosevara und Sanlux im Luxemburger Amtsblatt unter der gleichen Adresse eingetragen sind.
Hinter der IPC in Luxemburg wiederum steht ein mächtiger mexikanischer Konzern, die Zetagas Holding SA, deren 12 Vorstände allesamt Mitglieder der Familie Zaragoza Fuentes sind (Amtsblatt Luxemburg vom 17. Juni 1997). In der Bilanz der Luxemburger Holding wurde für das Jahr 2006 ein Vermögenswert von 14.684.640,84 US-Dollar genannt.
Gegen Miguel Zaragoza Fuentes, den Kopf des Familienimperiums, wurde von mexikanischen und US-amerikanischen Behörden bis 1997 mehrfach wegen Geldwäsche und Drogenhandels ermittelt. Bisher wurden die entsprechenden Ermittlungen gegen die Familie Zaragoza Fuentes immer wieder eingestellt.
Journalisten, die sich mit dieser Familie in Mexiko beschäftigten, erhielten Morddrohungen, der Chefredakteur einer Zeitschrift, der kritische Artikel über den Einfluss der Familie veröffentlichte, wurde sogar verhaftet. Die Familie ist zudem in einen seit Jahren ausgetragenen Konflikt um Landbesitz gegen die Bewohner eines Dorfes (Lomos del Poleo) an der mexikanisch-amerikanischen Grenze verstrickt, bei dem Häuser und die Kirche niedergebrannt wurden und es sogar Tote gab. Erst kürzlich erklärte die katholische Gemeinde Missionare Society of St. Columban: „Die von Zaragoza angeheuerten und bezahlten Wachleute, zu denen Angehörige von Gangs aus Los Angeles und Mitglieder der Azteca-Gang in Juárez gehören, werden immer aggressiver und versuchen, amerikanische und mexikanische Menschenrechtsgruppen aus dem Gebiet zu entfernen.“
Jürgen Roth: „Nicht nur die Privatwirtschaft, auch staatseigene Unternehmen schauen bei der Suche nach Investoren nicht mehr genau hin, mit wem sie eigentlich kooperieren. In Mainz scheint man die Hintergründe der beteiligten Firmen und Personen nicht im notwendigen Umfang ermittelt zu haben, um das Nürburgring-Projekt nicht zu gefährden.
Dieser Zustand öffnet in Deutschland, gerade in der Wirtschaftskrise und in Zeiten fehlender öffentlicher Mittel, kriminellen Organisationen, die über Strohmänner Geld waschen möchten, Tür und Tor.“ „Kriminalisten fragen“, so Jürgen Roth, „immer dringender, ob und wann denn gegen die Verantwortlichen der Landesregierung ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue eingeleitet wird.“
Jürgen Roth ist Autor des Buches „Mafialand Deutschland“ und wird die Ergebnisse seiner umfangreichen Recherchen zu diesem und weiteren Fällen in seinem neuen Buch „Gangsterwirtschaft. Wie die organisierte Kriminalität Deutschland aufkauft“, das im Mai 2010 im Eichborn Verlag erscheinen wird, veröffentlichen.