Bei der Aufarbeitung des Nürburgring-Skandals fixierte sich bisher die Öffentlichkeit auf den ehemaligen Finanzminister Deubel, seinen Nachfolger Kühl sowie den Ministerpräsidenten Kurt Beck. Auch wenn schon einige Unzulänglichkeiten mit dem Namen Beck verbunden sind, so richtig kritisch wurde es für ihn bisher noch nicht. Nach der heutigen Plenardebatte im Landtag hat sich dies vielleicht geändert. Dort ging es einmal mehr um die gescheiterte Privatfinanzierung des Ring-Werkes am Nürburgring. Anlass war, dass der SWR herausgefunden hatte, dass das Landeskriminalamt im September 2008 und März 2009 auf Bitten des Innenministers die Finanzierung durch die beiden dubiosen Finanzvermittler untersuchte. Die beiden Untersuchungen durch das LKA verliefen im Sande, da keine Anhaltspunkte für eine Straftat gefunden wurden. Ein Anfangsverdacht (Geldwäsche) muss aber zumindest bei Bruch und Deubel vorhanden gewesen sein, sonst hätten sie sicherlich nicht das LKA um Ermittlungen gebeten. Heute gab Innenminister Bruch in der Fragestunde des Parlaments bekannt, dass er „ein schlechtes Gefühl“ bei der Sache hatte und dies dem Finanzminister damals auch mitteilte. Auch habe er über die Ermittlungen in beiden Fällen sowohl den Finanzminister („detailliert“) und den Ministerpräsidenten („grob“) unterrichtet. Zweifel an dem Finanzkonstrukt waren der Landesregierung, hier den drei genannten Kabinettsmitgliedern, also nicht fremd.

Am 24. Juni diesen Jahres sagte Kurt Beck im Laufe der damaligen Plenardebatte: „…weil nach all dem, was mir berichtet worden und mir nach sorgfältiger Begutachtung zur Kenntnis gekommen ist, es für mich keinen Anlass gibt, an der Seriosität dieser Finanzierung zu zweifeln„. (Seite 4138)

Ebenso sagte er damals zur Finanzierung: „Die Aufgabe des Ministerpräsidenten ist es, sich darüber einen Überblick zu verschaffen. Diesen Überblick habe ich. So habe ich geurteilt. So habe ich mich öffentlich geäußert und nie anders.“ Dies war Teil der Aktuelle Stunde des Landtages. Die SPD beantragte diese unter dem Titel „Die Finanzierung Nürburgring steht“ (sic!)

Kurt Beck wurde von Innenminister Bruch mindestens zweimal über Ermittlungen des Landeskriminalamtes informiert. Ebenso dürfte Bruch Beck gegenüber sein „schlechtes Gefühl“ geäußert haben. Die Kenntnis dieser Vorgänge gehört sicherlich zu dem, was der Ministerpräsident mit „einen Überblich verschaffen“ oder „sorgfältiger Begutachtung“ meint.

Wenn er dann davon spricht, dass er nicht einmal einen Anlass sieht, an der Seriosität der Finanzierung zu zweifeln, beginnen ich an der Seriosität des Ministerpräsidenten zu zweifeln.

 

 

 

Den fertigen Entwurf des Koalitionsvertrages des Saarlandes, mit der ersten Jamaica-Koalition auf Landesebene Koalitionsvertrag Saarland.

Bin mal gespannt wie die Meinungen dazu auseinander gehen werden.

Weil es mir so gut gefällt, zitiere ich mal aus dem Plenarprotokoll der Sitzung des Bundestages vom 28. Oktober. Hier gab Bundestagspräsident Lammert die Bildung der Bundesregierung gab die von Angela Merkel benannten Minister offiziell bekannt. Verlief die Verlesung bei den meisten Personen ohne irgendwelche Besonderheiten, passierte bei Dirk Niebel folgendes:

Präsident Dr. Norbert Lammert:

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Verehrte Gäste! Wir setzen unsere unterbrochene Sitzung mit dem Tagesordnungspunkt 3 fort:

Bekanntgabe der Bildung der Bundesregierung

Gemeint ist selbstverständlich die Zusammensetzung der Bundesregierung und nicht, was man unter dem gleichen Begriff sonst verstehen muss und sollte.

(Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Auf die Idee wären wir nicht gekommen, Herr Präsident!)

Der Herr Bundespräsident hat mir hierzu mit Schreiben vom heutigen Tage mitgeteilt:

Gemäß Artikel 64 Absatz 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland habe ich heute auf Vorschlag der Frau Bundeskanzlerin ernannt:

Herrn Dirk Niebel zum Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP – Lachen bei Abgeordneten der SPD, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN))

Das Video zur Vereidigung gibts hier (konnte es leider nicht einbetten). Auftritt Dirk Niebel ist bei Minuten 4.  Interessant ist auch der Sitzplatz von Niebel. Scheinbar ist er dem Ziel, das Ministerium abzuschaffen schon Recht nahe gekommen. Alleine und verlassen sitzt er in der hintersten, besetzten Sitzreihe.

Danke an Josef Winkler für den Tipp (via Facebook)

Mit einige Mitstreitern haben wir im Wiki der Grünen Jugend einen Antrag zu unserem kommenden Landesparteitag am 21. November in Kaiserslautern erstellt. Die eingereichte Fassung gibts entweder hier zum download (pdf) oder als Text. Wer den Antrag unterstützen möchte, kann dies gerne per comment (Name und Kreisverband bitte angeben) tun. Änderungen können weiterhin im Wiki vorgenommen werden. Sobald der Koalitionsvertrag von CDU und FDP bekannt ist, wird die Bewertung dessen auch noch in den Antrag einfließen müssen.

Für das freie Internet – digitale Zukunft gestalten

Rheinland-Pfalz ist mitten drin im digitalen und vernetzten Zeitalter. Wir GRÜNE wollen die Chancen und Potentiale dieses neuen Zeitalters nutzen. Dafür brauchen wir gerechte Zugangschancen für alle Menschen und das Recht auf einen freien, unzensierten Internetzugang.

Freiheit im Internet

Freiheit im Internet bedeutet freies Bewegen im Internet. Freiheit ist ein wesentlicher Bestandteil der noch jungen Internetkultur. Sie zu beschützen ist Kern unserer Politik. Mit dem Internet gibt es nun ein Instrument, mit dem Freiheit und Demokratie von jedem einzelnen gefördert und unterstützt werden kann. Die Freiheit im Netz ist es, die es den Menschen im Iran ermöglichte, ihre Opposition gegen gefälschte Wahlen publik zu machen. Sie erlaubt es BloggerInnen aus China und Birma der Welt zu berichten, sie erlaubt es auch Menschen in Rheinland-Pfalz sich schnell und einfach über Politik auszutauschen. Das Internet, es ist im Kern demokratisch. Darum werden wir das freie Internet mit allen Möglichkeiten verteidigen.

Aber nicht nur der Zugang zum Internet und seinen Inhalten muss frei von Zensur sein. Wir wollen die Ideen befreien! Offene Formate, Lizenzen wie Creative Commons und freie Software wollen wir fördern, um Inhalte, Software und Technik so zu gestalten, dass sie von möglichst vielen umfassend genutzt werden können.

Abmahnwellen und Softwarepatente bedrohen die nicht-kommerzielle und freie Struktur des Internets. Viele Angebote von Privatpersonen wurden in der Vergangenheit wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen durch spezialisierte Anwälte abgemahnt. Dieser teils kriminellen Abmahnwirtschaft müssen wir einen Riegel vorschieben. Dafür brauchen wir verbindliche Regelungen, die auch von Privatmenschen umgesetzt werden könne.

Gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung

Das Grundgesetz verbietet Zensur. Wir GRÜNE setzen uns daher gegen die Installierung einer Zensur-Infrastruktur im Internet ein. Auch wenn in den derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen nunmehr scheinbar angedacht ist, auf die in der vergangenen Legislaturperiode beschlossenen Gesetze zur Zensur des Internets zu verzichten: wir werden diesen Prozess kritisch begleiten und uns vehement dafür einsetzen, dass das handwerklich schlechte und inhaltlich falsche Gesetz von der zukünftigen Regierung tatsächlich gestoppt und nicht etwa durch die Hintertür doch noch eingeführt wird. Zahlreiche PolitikerInnen von SPD und CDU hatten vor den Wahlen propagiert, die Zensur-Infrastruktur mittelfristig auf weitere Felder auszudehnen. Computerspiele und urheberrechtlich geschützte Werke sollen der Anfang sein, unbequeme Aussagen könnten folgen. Diese Zensur stellt nicht viel weniger in Frage als das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung!

Um Rechtsverstöße im Internet zu begegnen, gibt es die schon jetzt genügend Möglichkeiten der Strafverfolgung. Rheinland-Pfalz ist hier gefordert, ausreichend Kapazitäten bei der Polizei zur Verfügung zu stellen, um Rechtsverstöße verfolgen zu können. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten zu finden und deren Löschung zu veranlassen. Löschen statt Sperren – nur so können diese Inhalte aus dem Netz verschwinden. Eine technisch mangelhafte Sperrung der Internetseiten hilft weder den Opfern, noch verhindert sie den Zugang zu diesen. Die Sperren in der jetzigen Form lassen sich mit wenigen Mausklicks umgehen. Die Netzsperren müssen daher Ersatzlos gestrichen werden!

Die Vorratsdatenspeicherung durch die Provider in Deutschland stellt alle InternetnutzerInnen unter Generalverdacht. Der Staat hat weder die Aufgabe noch die Verpflichtung, die Menschen uneingeschränkt zu überwachen. Der Big Brother ist eine Gefahr. Im Internet, genau wie im realen Leben.

Privatsphäre, Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung

Meine Daten gehören mir! Nur ich darf entscheiden, was mit den Informationen passiert, die ich im Internet von mir preisgebe. Wir treten für einen starken Datenschutz im Internet ein. Wir wollen die Medienkompetenz der Menschen stärken und ihnen einen bewussten Umgang mit dem Netz vermitteln. Die rasante Entwicklung der Neuen Medien müssen sich auch in den Lehrplänen niederschlagen. Durch eine bessere Medienpädagogik an den rheinland-pfälzischen Schulen sollen Kinder und Jugendlichen gewappnet werden, um mit den Chancen und Risiken des Internets umgehen zu können. Der Freiheit des Netzes muss auch eine entsprechende Verantwortung entgegengesetzt werden. Aber auch die Anbieter von sozialen Netzwerken möchten wir verpflichten, den AnwenderInnen die volle Kontrolle über ihre Daten zu überlassen.

Im Gesetz festgeschrieben ist der Schutz des Brief- und Fernmeldegeheimnisses. In der heutigen Zeit ist die Kommunikation per E-Mail aber immer mehr Standard, sowohl im privaten als auch geschäftlichen Bereich. Die elektronische Post ist bereits als rechtskräftiges Kommunikationsmittel anerkannt, jedoch streiten sich die Gerichte über die Ausweitung des Briefgeheimnisses auf die E-Mail. Hier muss eine klare Gesetzesgrundlage geschaffen werden.

Mit der Kulturflatrate die Zukunft der Kultur sichern

Maßgeblichen Einfluss auf die Zukunft neuer Unternehmensmodelle hat eine zukunftssichere Regelung des Urheberrechts. Derzeit verbreitet allen voran die Medienindustrie eine Ideologie, die unlizensierte Nutzung als „Raub“ und „Piraterie“ kriminalisiert. Im Kampf gegen die Internetpiraterie gerät jedoch immer öfter die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger ebenso unter die Räder wie der freie Zugang zu Wissen und kulturellen Werken. Massenhafte Verfolgung, den Einsatz von Digitalem-Rechte-Management sowie die Bestrafung von digitalen Privatkopien lehnen wir hingegen ab. Wie schon im Patentrecht treten wir für grundlegende Reformen der bestehenden Urheberrechtsgesetzgebung in Deutschland und der EU ein. Wir drängen in eine Richtung, die zuvorderst BürgerInnen, KünstlerInnen, ForscherInnen, Schulen und Universitäten nützt, nicht der Medien- und Geräteindustrie oder Verlagsgiganten. Die Notwendigkeit einer Vergütung für die Schaffung geistiger Werke erkennen wir an. Pauschale Vergütungsmodelle könnten nach unseren Vorstellungen einen fairen Interessenausgleich im digitalen Raum realisieren. Kernstück sind dabei die freie digitale Privatkopie und eine faire Lösung beim Urheberrecht im Internet. Diese Lösung muss einen Interessenausgleich zwischen KünstlerInnen und Nutzern herstellen und auf eine pauschale Kriminalisierung der Nutzer verzichten, wenn diese Inhalte herunterladen. Die Einführung einer Kulturflatrate, die die nicht-kommerzielle Nutzung von digitalen Kulturgütern ermöglicht, kann ein richtiger Weg dahin sein.

Politik muss sich dem Internet öffnen

Das Internet bietet die Möglichkeit, Politik den Menschen wieder näher zu bringen. Wir wollen die Beteiligung von Menschen in politischen Prozessen stärken, dafür nutzen wir auch das Internet. Die GRÜNEN in RLP werden sich auch zukünftig bemühen, ihre politischen Inhalte im Netz zu diskutieren und von interessierten Nutzern mitgestalten zu lassen. Wir haben erkannt, dass der Sachverstand der BürgerInnen uns auch als Partei weiterhilft. Daher setzen wir nicht nur darauf, dass Menschen unsere Arbeit kommentieren können, wir wollen sie in die Diskussionen im Entstehungsprozess von Positionen direkt einbinden. Auf allen politischen Ebenen sollen sich auch staatliche Institutionen und Parteien den Partizipationsmöglichkeiten des Internets öffnen und ihre Internetauftritte möglichst barrierefrei gestalten. BürgerInnenbeteiligung wird durch das Internet einfacher und erfolgreicher.

DSL für Rheinland-Pfalz

Ein Breitbandzugang ins Internet gehört zu einem zeitgemäßen Lebensumfeld dazu. Nicht nur zukunftsfähige Arbeitsplätze brauchen ein schnelles Internet, jeder Mensch hat ein Recht darauf. In Rheinland-Pfalz sind allerdings noch lange nicht alle Regionen mit Breitband-Internet versorgt. Wir sehen hier die Landesregierung mit in der Pflicht, die infrastrukturellen Voraussetzungen für Breitband-Internetanschlüsse sicher zu stellen. Nach Auslaufen der Bundesförderung für Leerrohranschlüsse im ländlichen Raum ist sie nun gefragt. Bisher hat sie aber keinen eigenen Euro in die Hand genommen um die Kommunen vor Ort zu unterstützen.

Das Internet ist eine wichtige Informationsquelle, nicht nur für Studierende, SchülerInnen und Lehrkräfte, sondern für alle BürgerInnen. Viele Schulen und Universitäten veröffentlichen ihre Forschungsergebnisse und nützliche Materialien inzwischen ausschließlich elektronisch. Es ist wichtig, diese Informationsquelle für alle Menschen zu garantieren. Dabei muss eine günstige und unkomplizierte Erreichbarkeit basierend auf gängigen technischen Mitteln und entsprechend der Barrierefreiheit im Netz sichergestellt werden. Das Arbeiten im Internet mit einer langsamen Modemverbindung ist nicht zeitgemäß und erschwert den Zugang zu den Informationen stark. Der Ausbau des Breitband-Netzes ist Teil des Bildungsauftrages des Landes.

AntragstellerInnen

Felix Schmitt (KV Mainz), Thorsten Lange (KV Mainz), Pia Schellhammer (KV Mainz-Bingen), Tobias Lindner (KV Germersheim), Max Wegner (KV Mainz), Daniel Köbler (KV Mainz), Hani Faddoul (KV Rhein-Lahn), Oliver Buschbaum (KV Mainz), Stephan Falk (KV Bitburg-Prüm), Thomas Wilk (KV Rhein-Pfalz), Tarik Drissi (KV Mainz), Matthias Zöller (KV Mainz), Christian Viering (KV Mainz)

Das Internet eignet sich hervorragend für kleine und vor allem zeitnahe/spontane Kampagnen. Dass hat auch die CDU in Rheinland-Pfalz entdeckt und (laut eigener Aussage) Anfang des Jahres ihre Öffentlichkeitsarbeit hierfür personell aufgestockt. Sicherlich ein richtiger Schritt, schließlich verlangt eine qualitativ hochwertige Kampagnenführung im Internet vor allem personelle Ressourcen. 

Einen Haufen Nerds haben die Personal-Verantwortlichen aber wohl nicht gerade erwischt. Die erste Kampagne „Spick mich RLP“ ist aber gerade so richtig in die Hose gegangen.

Mit der extra eingerichtete Seite wollte die CDU die Absichtserklärung der SPD-Landesregierung angreifen, ein Ausleihsystem bei den Lernmitteln einzuführen. Die CDU reklamiert hier die Urheberschaft für die Idee für sich. Neben dem Vergleich von Aussagen der beiden Parteien, konnten die Besucher der Seite auch die einzelnen Mitglieder des Landeskabinetts benoten. Für jedes Kabinettsmitglied gibt es einen kleinen Text, auf dessen Grundlage benotet werden soll. Bei Kurt Beck etwa: „Seine Politik orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen im Land. Oder schafft er nur Verwirrung mit seinen Anträgen und bringt Rheinland-Pfalz damit nicht vorwärts?“ Mir fällt es ein wenig schwer auf eine entweder/oder-Frage mit Noten von 1 bis 6 zu antworten. Aber Benotung hat ja jeder in der Schule gelernt und den Text wohl eh niemand ernsthaft gelesen.

Abstimmung: fail!

Nicht ganz im Sinne der CDU ging dann wohl die Abstimmung aus. 98,9% bewerteten die Arbeit von Kurt Beck mit einer 1. Gerademal 0,7% stimmten mit einer 6. Frage: Wieviele Mitarbeiter hat eigentlich die CDU-Geschäftsstelle?

Die Abstimmung wurde überraschenderweise nach nur wenigen Stunden wieder geschlossen. In einer eigenen Presseerklärung unterstellte die CDU dem politischen Gegner ScreenshotManipulation und dünnhäutiges Verhalten. Das eigene technische Unvermögen blieb unerwähnt. Schließlich war es bis zu dem Abschalten der Abstimmung möglich – ohne IP-Sperrung oder ein Captcha – so oft wie man wollte abzustimmen. Ein wenig an den Haaren herbei gezogen wirkt da die Erklärung der CDU, dass ein einzelner Internet-Nutzer in einer Stunde dieses Ergebnis erzeugt habe. Wahrscheinlich meinen sie einen bot oder ein skript. Vielleicht wissen sie aber auch nicht was das ist.

Ich halte das für unwahrscheinlich, dafür sind 5.000 Stimmen doch noch zu wenig. Wahrscheinlich ist eher, dass die spontane Kampagne der Jusos RLP über Twitter und Facebook innherhalb einer Stunde eine handvoll Menschen aktiviert hat, die einige Dutzend Male abstimmten. Sie nutzten die technische Unvollkommenheit aus. Verwerflich ist das nicht.

Inzwischen läuft die Abstimmung wieder. Die Technik-Abteilung hat ein Captcha vorgeschaltet, außerdem gibts inzwischen auch die IP-Sperre. Wahrscheinlich hat der Webmaster einige Twittereinträge selbst gelesen und sich im Internet mal ausgedruckt was dass denn sei.Kampagnenfähig sind sie aber immer noch nicht. 2 Stunden nach Wiedereröffnug der Abstimmung, wird Kurt Beck schon wieder von 51% mit einer glatten 1 bewertet.

[13.10.09 edit: Die Abstimmung ist nun komplett abgesetzt. Sie verschwand zuerst aus der Navigation (siehe comment #1) und wurde inzwischen gelöscht. Laut CDU sollen Hacker!?! am Werk gewesen sein. Hacker! Jawohl! Hacker!]

Spick-mich ist übrigens abgeschrieben

Ganz nebenbei fand die Rhein-Zeitung noch heraus, dass sowohl der Name wie auch das Logo ganz erhebliche Anleihen am deutschen spickmich.de. Die Rhein-Zeitung zitiert Spickmich.de-Sprecher Tino Keller, der findet den Vorgang „etwas befremdlich, wir waren wirklich sehr irritiert“. Er erwartet von der CDU dass sie ihr Angebot sofort vom Netz nehmen.

[13.10.09 edit: inzwischen hat spickmich.de der CDU eine Frist bis zum kommenden Montag gesetzt um die Seite komplett aus dem Netz zu nehmen.  Sie pochen auf ihren Markenschutz.]

Endlich redet mal jemand über die Internet-Aktivitäten der CDU

Neben der twitternden Julia Klöckner fand die CDU RLP im Internet bisher nicht wirklich statt. Mit diesem Paukenschlag hat sich die CDU schnell ins Gedächtnis der Netz-Nutzer eingeprägt. Zwar frei nach dem Motto „even bad news are good news“, aber immerhin. Am Image müsste man noch ein wenig arbeiten, aber eine Basis ist geschaffen.

edit: Weil schon Nachfragen kamen eine kurze Ergänzung zur Abstimmung oben. Sie hat einen IP-Schutz und legt zusätzlich ein lokales cookie an. Letzteres kann man einfach umgehen, der IP-Schutz bedarf schon ein wenig Aufwand. Aber natürlich auch machbar…

Am Nürburgring läuft ja gerade einiges schief. Vor ein paar Tagen wurde einer der beiden Geschäftsführer rausgeworfen, ihm wird Mitverantwortung für das Desaster unterstellt. Nachdem Finanzminister Deubel wegen des Scheiterns der Finanzierung zurücktreten musste (er saß einer Reihe von Betrügern auf), ist Lippelt, also das zweite Opfer der Misswirtschaft. So war zumindest bis vor kurzem die Sichtweise, welche in den Medien und der Politik die größte Verbreitung fand.

Eine ganz neue Interpretation brachte nun die PR-Agentur Dederichs Reinecke und Partner in die Debatte ein. Laut eigenem Internetauftritt sind sie Partner der Nürburgring GmbH, ihre Aufgabe stellen sie hier wie folgt dar:

EIFELDORF „GRÜNE HÖLLE“

Rund 100 Meter von der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings entfernt entsteht derzeit das Eifeldorf „Grüne Hölle“

Im Rahmen des Nürburgring-Ausbaus zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum entstehen im Eifeldorf auf 33.000 Quadratmetern Fläche Restaurants, themenbezogene Bars, Snack-Bars, ein Café und ein Drei-Sterne-Hotel der Lindner Hotels AG. Insgesamt bietet das Eifeldorf „Grüne Hölle“ Platz für bis zu 5.000 Gäste und wird zukünftig der Treffpunkt am Ring. Unsere Aufgabe: strategische Beratung, klassische Presse- und Medienarbeit in den Bereichen Tourismus, Immobilien und Event.

angeblich versuchte PR-Agentur Beeinflussung

Ob aus eigenem Antrieb, oder durch Anregung der Auftragsgeber, die PR-Agentur Dederichs Reinecke und Partern versuchte wohl die Schuldfrage durch „klassische Presse- und Medienarbeit“ zu verschieben. Sie riefen bei Journalisten an, um (kurz zusammengefasst) mitzuteilen, dass die GRÜNEN durch ihre ständige Nöhlerei das Projekt Nürburgring „gefährden“ würden. Die Verantwortung für das (mögliche) Scheitern der Steuergeld-Investition am Nürburgring läge also nicht (nur) bei der Landesregierung, sondern bei einer Partei in außerparlametarischer Opposition. Dumm nur, wenn einige dieser Journalisten nichts besseres zu tun hat als uns zu kontaktieren und darüber in Kenntnis zu setzen. Die Einschätzung der Presse gabs teilweise frei Haus mit dazu. Erfolgreich war Dederichs Reinecke und Partner demnach nicht.

Der Mitinhaber der Agentur widerspricht meiner Sicht vehement. „Wir wissen nur, dass kein Mensch in unserer Agentur jemals bei einem Medium angerufen hat um die Grünen ernsthaft für irgendetwas verantwortlich zu machen.“ (Zitat aus den Kommentaren).

Sollten meine Vorwürfe zutreffen, ist unser Einfluss auf die großen Projekte in Rheinland-Pfalz wirklich höher einzuschätzen als von mir gedacht.

Warum die GRÜNEN?

Ich kann mir denken, warum außgerechnet die GRÜNEN hier die Prügel beziehen sollen. Sowohl Landesregierung als auch die Nürburgring GmbH benötigt schnell einen Katalysator für den vielen Frust der Beteiligten (und der Genossen). Wenn man es schon nicht selbst sein möchte, wer bietet sich da an? Am besten doch eine kleine Partei, der man schon lange unterstellt, Infrastrukturprojekten auf dem platten Land sehr kritisch gegenüber zu stehen. Am besten eine Partei, von der einige immer noch behaupten, ihr wäre die „grüne Wiese“ lieber als ein Nürburgring oder ein Flughafen Hahn. Das stimmt zwar in keinster Weise mit der Realität überein, ist aber scheinbar als Ablenkungsmanöver aus Sicht der Agentur (Landesregierung?/Nürburgring GmbH?) geeignet.  Die GRÜNEN sind durch ihren Status als außerparlamentarische Opposition auch nicht in der Lage, in der Öffentlichkeitsarbeit auch nur halbwegs gegen die Regierung anzustinken. Als Opfer, dass sich nur schwer wehren kann, sind sie wohl geeignet.

Billig, durchschaubar und Steuergeldverschwendung

Der Landtag hat vor kurzem mit Zustimmung der SPD einen Untersuchungsausschuss zum Nürburgring eingerichtet, Ministerpräsident Beck hat gegenüber der Rhein-Zeitung am 10. Oktober in einem Interview zum Nürburgring erklärt: „Wir haben jetzt in 17 Regierungsjahren an einer Stelle einen gravierenden Fehler gemacht. Für den ist Verantwortung übernommen worden.„. Die vermuteten Telefonanrufe der PR-Agentur sollen also scheinbar gegen den offiziellen Aufklärungswillen der SPD an einer Legendenbildung arbeiten, damit das Los des Versagens bei der Landtagswahl 2011 nicht allein von der Landesregierung getragen werden muss. Dass die Landesregierung oder die Nürburgring GmbH dies mit solchen Methoden versucht, grenzt aber an einen politischen Skandal.

Ein paar Fragen habe ich jetzt aber noch:

1. Gab es diese Telefonanrufe? Wer gab sie in Auftrag? Die Geschäftsführung der Nürburgring GmbH, der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH oder direkt die Landesregierung in Mainz?
2. Wieviel Geld bekommt die Agentur für diese Anrufe?
3. Aus welchem Topf werden sie gezahlt?
4. Wurden hier Steuergelder verwendet?

p.s.

Ich bin fest davon überzeugt, die GRÜNEN werden ihre Aufklärungarbeit am Nürburgring fortsetzen. Dort liegen garantiert noch einige Leichen im Keller, und die werden wir auch finden. Dabei geht es NICHT darum, das Projekt Ring Werk zu beerdigen oder die Existenzberechtigung generell in Frage zu stellen. Es geht darum, Misswirtschaft auf Steuerzahlerkosten aufzudecken, Verantwortlichkeiten klar zu machen und ein finanziell solides Modell Projekt Nürburgring auf den Weg zu bringen. Damit dieses gelingt, müssen die Fehler der jüngsten Vergangenheit aufgearbeitet werden. Dass machen wir gemeinsam mit der Opposition im Landtag und einer interessierten Öffentlichkeit. Begleitet und kommentiert wird es von der Presse. Und schön, dass die Journalisten in Rheinland-Pfalz da einen ganz eigenen Kopf haben, und auf diese billige Propaganda nicht hereinfallen.

edit: in den Kommentaren (#5)  findet sich nun  auch eine Stellungnahme des Inhabers der Agentur. Sie widerspricht sehr vehement dessen, was uns zugetragen wurde.

edit 30. Oktober: Ich habe den Artikel überarbeitet. Wer Interesse an den Hintergründen dazu hat, darf gerne die Kommentare zum Eintrag lesen.

Seit 2001 habe ich jeden Wahlkampf der GRÜNEN in Rheinland-Pfalz in irgendeiner Form als Angestellter oder Kandidat miterlebt. Wahlkampf heißt dabei erstmal: Stress, Stress und nochmal Stress. Überstundenkonten steigen ins unermessliche (immerhin ein Konto im Plus), Nerven werden beansprucht, Essen wird junkiger, Zigaretten- und Kaffeeindustrie reich. Aber ich nehms gerne auf mich. Wird ja bald ruhiger. Nach der Wahl. Ganz bestimmt! Muss ja! War ja sonst auch immer so.

War nie so. Wurde nie wirklich ruhiger. Nur Anders. Dutzende von Dingen die im Wahlkampf einfach keine Priorität haben, ploppen auf einmal wieder ins Gedächtnis, auf den Bildschirm oder in die Post. Das Tagesgeschäft muss nebenher wieder aufgenommen werden. Und natürlich Überstunden abgebaut, Urlaub genommen und teilweise Stunden reduziert werden. Aber kein Problem, wird ja bald ruhiger.

Am 7. Juni wählten wir in Bad Ems turnusgemäß den Stadtrat. Die CDU erlitt eine erdrutschartige Niederlage und stürzte gegen den Landestrend von 49,6% auf 31,5% ab. Bei den Bürgermeisterwahlen gewann für mich überraschend der FWG-Kandidat Birk Utermark in der Stichwahl gegen Berny Abt von der SPD. In aller Kürze sind das die wichtigsten Ergebnisse der Wahl. Vertiefen musste man sie nicht, nur ein paar Monate später wurden beide Wahlen für ungültig erklärt. Ein Kandidat der FWG hatte sich scheinbar eine Reihe von Briefwahlunterlagen von Wählern in Bad Ems besorgt und selbst ausgefüllt. Dreist und bescheuert ist dies natürlich, allerdings auch ziemlich schlecht umgesetzt. Beim Auszählen fiel mehreren Helfern auf, dass Wahlzettel mit eine @-Zeichen statt eines Kreuzes ausgefüllt wurden, und das diese immer gleich ausgefüllt waren. Durch die Anzahl der gefälschten Wahlzettel konnte davon ausgegangen werden, dass die Bürgermeisterwahl einen anderen Ausgang genommen hätte. Bei der Stadtratswahl war nicht auszuschließen, dass es eine andere Sitzverteilung gegeben hätte.

Und heute die Überraschung! Wer glaubte, dass sich die Wahlergebnisse aufgrund der Wahlfälschung oder anderen Rahmenbedingungen (zeitgleiche Bundestagswahl, höhere Wahlbeteiligung) ändern würde, hat sich getäuscht. Ich auch. Hier die Ergebnisse der Stadtratswahlen von Juni und September im Vergleich:

Datum           27. September        7. Juni

SPD                 34,8% (8)                 32,4% (8)

CDU               29,0% (7)                 31,5% (7)

FWG              25,0% (6)                  25,1% (6)

Grüne           6,9% (2)                    6,7% (2)

FDP               4,3% (1)                     4,3% (1)

Die Bürgermeisterwahl geht wie im Juni wieder in die Stichwahl. Berny Abt und Birk Utermark werden wieder antreten dürfen. Auch hier parallelen zum vorherigen Wahlgang. Selbst der FWG-Kandidat, welcher die Wiederholungswahl zu verantworten hat, erlitt nicht gerade schiffbruch. Beim letzten mal konnte er sich durch die gewählten Wahlzettel als sechster FWG-Mann in den Rat hieven. Zieht man die gefälschten Stimmen vom Juni ab, hat sich sein Personenstimmenergebnis sogar noch leicht gebessert. Auch wenn er diesesmal nicht im Rat vertreten ist, auch hier keine echte Reaktion der Emser.

Eine zweite Besondersheit gibt es noch bei der Wahlbeteiligung. Die Wahlberechtigten erhielten beim eintreten in das Wahllokal 3 Stimmzettel in die Hand gedrückt. 1x Stadtrat, 1x Bürgermeister und 1x Bundestag. Bei der Kommunalwahl gibt es 21 Wahleberechtigte mehr, aber die Zahl der abgegebenen Stimmen stimmt überhaupt nicht überein.

Abgegebene Stimmen Bundestag: 2820 (52,7% Wahlbeteiligung)
Abgegebene Stimmen Stadtrat: 4181 (59,4%)
Abgegebene Stimmen Bürgermeister: mir unbekannt   (59,4%)

Also sind das alles Stoiker? Hatten sie keine Lust?  Scheinbar nicht. Immerhin gab es wohl über 1.000 Wähler in Bad Ems, die ausschließlich ins Wahllokal spaziert sind, um die kommunalen Entscheidungen mitzugestalten. Nur hat der Wahlbetrug, welcher bundesweit Schlagzeilen gemacht hatte, ihre Wahlentscheidung nicht entscheident mitgeprägt. Es war wohl eher ein Gefühl von „jetzt-erst-Recht“. Sie wollten sich ihr Wahlergebnis von Juni nicht durch deinen Idioten kaputt machen lassen. Einmal gewählt ist gewählt. Fertig. Nicht die schlechteste Einstellung…

edit: 29. September: Die Ergebnisse der Stadtratswahlen waren sich so ähnlich, bis gerade hatte ich nicht gemerkt dass sie falsch herum eingetragen hatte.

Vor Besuchen von protestierenden Bauern geht bei Parteien oft die Angst um. Immerhin sind die Menschen vom Land für ihre direkte Herangehensweise bekannt (ich darf das sagen, bin selbst ein schlimmes Landei). Derzeit blockieren etwa 50 Milchbauern mit ihren schweren Geräten die Mainzer Bauhofstraße, welche direkt am rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministerium liegt.  Mehr zu den Protesten gibts hier, Hintergrundinfos beim BDM (Bund deutscher Milchviehalter).

Nachdem eine Mitarbeiterin von Ulrike Höfken unsere Dusche in der Herrentoilette gegenüber den Milchbauern erwähnte, machten sich 20 von ihnen direkt auf den Weg zu uns. Brav der Reihe nach, duschte Einer nach dem Anderen. Als letzter noch anwesende Mitarbeiter in der Geschäftsstelle habe ich mich natürlich gleich zu den übrigen gesellt und ein wenig über die Milchpolitik gefachsimpelt (Vorteil: Landei, mal Mitarbeiter von Ulrike Höfken gewesen). Irgendwann wurde es dann hochpolitisch, da alle 20 sich ihren Frust über die Parteien entledigen wollten. Über die Parteien? Nein, eine kleine, ehemals nicht landwirtschaftlich geprägte Partei kam dabei richtig gut weg. Nicht nur, weil sie bei denen auch duschen dürfen.  Höhepunkt des Abends wars dann, als der letzte noch verbliebene CDUler in ihren Reihen, vor meiner Handykamera seinen Mitgliedsausweis geschreddert hat. Unglücklich sah er nicht dabei aus.

Später gings dann noch gemeinsam an den Rhein zum grillen. Und zur Erkenntnis:

1. Mein Platt (aka Dialekt) kommt nach 2 Sätzen wieder.

2. wenn 2 Eifeler miteinander reden, versteh ich trotzdem nix.

Nichts ist wichtiger, als mit seiner Stimme bei der Bundestagswahl wirklich was zu bewegen! 10 Argumente für Piraten, warum sie am Sonntag GRÜN wählen müssen, haben wir hier zusammengestellt.

1. Die Piraten werden nicht in den Bundestag einziehen. Egal ob sie 1, 2 oder 3 Prozent holen, die Stimme ist verschenkt.

Erläuterung: Die Stimme für eine Partei die nicht in den Bundestag einzieht, spielt bei der Sitzverteilung keine Rolle. Auf die wahrscheinlich knappe Entscheidung, ob Schäuble/Zensursula eine Mehrheit im Bundestag bekommt, nimmt man mit einer Stimme für die Piratenpartei keinen Einfluss.
Am 23.9 wurden die Piraten zuletzt mit 1% gemessen

2. Alle wichtigen Forderungen der Piraten stehen im Programm der GRÜNEN. Sie werden von uns im Bundestag vertreten!

Erläuterung: Einfach mal vergleichen (bei Volker Beck)

3. Die GRÜNEN haben zu allen Politikthemen Konzepte. Bei den Piraten aber findet sich zur sozialen Gerechtigkeit kein Wort!

Erläuterung: Bei der Bundestagswahl wird nicht nur über die zukünftige Politik im Internet entschieden, es geht um viel mehr! Mindestlohn oder Dumpinglöhne, Krankenversicherung oder Kopfpauschale, Atomkraft oder Erneuerbare Energien sind mindestens genauso wichtige Fragen die zur Entscheidung stehen.

4. DIE GRÜNEN haben als einzig relevante Partei Netzpolitik und Neue Medien immer wieder auf die politische Agenda gesetzt.

Erläuterung: Sowohl im Bundestag als auch in der Partei spielen Netzpolitik und Bürgerrechte eine ziemlich große Rolle. Diese beiden Themen durchziehen unser gesamtes Wahlprogramm, wobei wir der Netzpolitik sogar ein eigenes Kapitel gewidmet haben.

5. Die Piraten haben Probleme mit der Abgrenzung zum rechten Rand.

Erläuterung: Das belegen 2 Interviews (und die Reaktion auf Kritik daran) des Bundesvorstands der Piratenpartei mit der rechten Zeitung Junge Freiheit. Progressiv und Liberal sieht anders aus!

6. Die Piraten hatten in Thüringen zur Wahl der GRÜNEN aufgerufen.

Erläuterung: GRÜNE und Piraten in Thüringen kooperieren inhaltlich in dieser Legislatur im Landtag von Thüringen. Die inhaltlichen Überschneidungen machen dies möglich.

7. Der Pirat Christian Engström ist im Europäischen Parlament der Fraktionsgruppe der GRÜNEN beigetreten.

Erläuterung: Christian Engström hat selbst erklärt, dass die Überschneidungen mit den GRÜNEN Positionen ihn dazu bewogen haben der Fraktionsgruppe der GRÜNEN beizutreten. Wir heißen ihn natürlich herzlich Willkommen!

8. Die GRÜNEN setzen sich in Deutschland seit Jahren gegen Überwachungswahn, Online-Durchsuchungen, Rasterfahnung ein.

Erläuterung: Der Kampf für Bürgerrechte und Menschenrechte gehört genauso zur Geschichte der GRÜNEN wie der Kampf gegen die Atomkraft.

9. Wir erarbeiten schon heute offen und transparent unsere Programme.

Erläuterung: Zum Beispiel haben wir unser Kommunalwahlprogramm 2009 oder unseren Antrag zur Netzpolitik zum kommenden Parteitag in einem offenen Wiki erarbeitet und diskutiert. Alle sind eingeladen mitzumachen. Auch Piraten!

10. Jede Stimme für die Piraten stärkt Schäuble/Zensursula! Darum gilt: Nachdenken! Und Zweitstimme GRÜN!

Erläuterung: Wer Piraten wählt, hilft Schäuble und Zensursula! Wer Bürgerrechte und ein offenes Internet verteidigen will, wählt GRÜN! Die Gegner von Zensur und Sicherheitswahn dürfen sich bei dieser Wahl nicht auseinander dividieren lassen!

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